Abschiebung trotz kranker Mutter

Ashot A., 18 Jahre aus Armenien, wurde am frühen Morgen des 16. Januars 2018 nach Armenien abgeschoben. Er lebte mit seinen Eltern seit April 2015 in Neuhaus an der Pegnitz in Mittelfranken. Sein gestellter Asylantrag wurde im Juli abgelehnt, der dagegen eingereichte Eilrechtschutz wurde kurze Zeit später vom Verwaltungsgericht Ansbach ebenfalls abgelehnt.
Ashots Eltern hingegen haben aufgrund ihrer schweren Krankheiten ein Abschiebeverbot erhalten. Seine Mutter leidet an einem Gehirntumor, hat epileptische Anfälle, ist körperlich kaum noch in Lage sich selbst zu versorgen und auf Unterstützung angewiesen. Laut Aussage des Unterstützerkreises Neuhaus hilft kümmerte sich Ashot um die alltägliche Versorgung seiner Familie - ging einkaufen, übersetzte, koordinierte Arzt- und Behördengänge, machte den Haushalt. Da sich der Gesundheitszustand der Mutter mit der Zeit weiter verschlechterte, wurde Ashot im September 2017 zum gesetzlichen Betreuer bestellt.
Seit Herbst 2017 besuchte Ashot, nachdem er vorher einen qualifizierten sowie mittleren Schulabschluss erreicht hatte, die Fachoberschule in Nürnberg. Danach wollte er eine Berufsausbildung absolvieren. In den frühen Morgenstunden des 16. Januars 2018 wurde Ashot jedoch nach Armenien abgeschoben. Die Abschiebung fand unter dramatischen und erschütternden Bedingungen statt.

Ashot hat einen Bericht über den Ablauf der Abschiebung verfasst, der auf der Facebookseite des Helferkreises Neuhaus hilft veröffentlicht wurde. Ashot berichtet davon, wie seine Mutter während der Abschiebemaßnahme einen epileptischen Anfall bekommen hat, sodass der Notarzt geholt werden musste. Als Ashot den Medikamentenplan seiner Mutter suchen wollte, wurde ihm das von Polizei zunächst verweigert und erst erlaubt, als der Notarzt die Dringlichkeit betonte. Der Arzt der Mutter hat noch versucht der Polizei wie auch der Ausländerbehörde deutlich zu machen, dass ein Verbleib Ashots bei seiner Mutter notwendig ist. Alle kurzfristigen Interventionen haben letzen Endes nicht geholfen und Ashot wurde nach Armenien abgeschoben.

Neuhaus hilft will Ashot und seine Eltern weiter unterstützen. Aktuell braucht es vor allem finanzielle Mittel, um die Anwaltkosten weiter zu finanzieren und Ashot in Armenien weiterhelfen zu können. Das Spendenkonto für Ashot und seine Familie:

IBAN: DE51 7606 1482 0002 9006 61
BIC: GENODEF1HSB
Evangelisch–Lutherisches Pfarramt Velden, Stichwort „Neuhaushilft“

 

Über weiter Informationen, Neuigkeiten oder Aktionen zu der Abschiebung Ashots könnt ihr euch auf der Facebookseite des Unterstützerkreises Neuhaus hilft informieren

 

Protest

Unterstützerbrief an den Regierungspräsidenten v. Mittelfranken (07.02.2018) Zum Brief >>>

Petition Ashot muss zurückkommen! Zur Petition >>>

Sa, 03.02.18 | 10-12 Uhr | Marktplatz, Lauf a.d.Pegnitz | Überparteiliche Kundgebung | Facebookveranstaltung >>>

 

Medienberichte:

Darf ein Land einer todkranken Mutter ihren Sohn wegnehmen? (Süddeutsche Zeitung, 12.02.2018)

Einsatz für Ashot (Das Nürnberger Land, 04.02.2018)

Neuhaus zeigt Solidarität mit der Familie von Ashot (Nordbayern.de, 04.02.2018)

Ausländerbehörden handeln zunehmend unmenschlich (Bayerischer Flüchtlingsrat, 31.01.2018)

Trotz kranker Mutter: Armenier aus Neuhaus abgeschoben (Nordbayern.de, 28.01.2018)

Durckversionen von Medienberichten auf der Facebookseite von Neuhaus hilft

Gemeinschaftliche Pressemitteilung zur Abschiebung Ashots aus Neuhaus (Bunte Liste, Die Linke, Piratenpartei, 24.01.2018)