Aktionen
Hier dokumentieren wir eine Auswahl der Aktionen des Bayerischen Flüchtlingsrats und befreundeter Gruppen und Organisationen.Sheriff Gnadenlos muss weg!
Der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen, amnesty
international (Ortsgruppe Erlangen), der Bayerische Flüchtlingsrat, das
Internationale Frauencafé Nürnberg, Flunterl und EFIE e.V. wandten sich mit einer Pressekonferenz am 29.11.2011 an die Öffentlichkeit, um auf das unmenschliche Verhalten eines Beamten der Erlanger Ausländerbehörde aufmerksam zu machen.
„A.M. trifft Ermessensentscheidungen am äußersten rechten Rand
und arbeitet mit allen Tricks, um Flüchtlinge an der Wahrung ihrer
Interessen zu hindern“, kritisiert Alexander Thal, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats.
„Die Vorgänge in der Ausländerbehörde unserer Stadt sind uns schon länger bekannt“, stellt José Luis Ortega Lleras, Vorsitzender des Ausländer- und Integrationsbeirats der Stadt Erlangen, fest. „Unsere bisherigen Interventionen haben jedoch nicht dazu geführt, dass sich daran etwas geändert hat“.
Die Organisationen fordern die Stadt Erlangen gemeinsam dazu auf,
- den Beamten nicht mehr in der Ausländerbehörde einzusetzen,
- die von ihm bearbeiteten Fälle von unabhängigen ExpertInnen überprüfen zu lassen,
- dafür zu sorgen, dass sich solches Fehlverhalten nicht mehr wiederholt und
- sich beim BAMF dafür einzusetzen, dass die von A.M. herbeigeführte Familientrennung rückgängig gemacht wird und Frau Bahtiri und die Kinder Avdyl, Armand und Amin wieder nach Deutschland zurückkehren dürfen.
JOG-Konferenz vom 7.-9.11.2011 in Wiesbaden
I love Bleiberecht für Alle!
Vom 7. bis 9. Dezember 2011 hat die Innenministerkonferenz (IMK) in Wiesbaden stattgefunden. Dabei ging es für Flüchtlinge ums Ganze: Die Minister entschieden, wer bleiben darf und wer abgeschoben wird. Deshalb gab es zur IMK ein Protest- und Kulturprogramm der Jugendlichen Ohne Grenzen (JOG) und ihrer Bündnispartner. Geduldete Jugendliche sagen: Wir sind gekommen, um nicht nur zu bleiben, sondern auch mitzugestalten!
Programm der Konferenz in Wiesbaden:
7.12.2011, 17 Uhr | Bleiberechtsdemo I love Bleiberecht für Alle!
7. bis 10.12.2011 | Wir sind gekommen, um nicht nur zu bleiben, sondern auch mitzugestalten! | JOG-Konferenz
8.12.2011, 18 Uhr | Galaabend mit Wahl des Abschiebeministers 2011 und Aufführung von „Die im Dunklen” vom Theater Peripherie Frankfurt Abschiebeministers 2011
9.12.2011, 18 Uhr | Aufführung von „SOS for Human Rights“ vom GRIPS Theater Berlin
Weitere Infos unter www.jogspace.net
SOS for human rights - Theateraufführung
Ein mobiles Theaterstück von Susanne Lipp für Menschen ab 12 Jahren -
Drei Flüchtlinge auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben.
Jamila,
Naisha und Kerim mussten aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat
verlassen. Auf der langen und gefährlichen Reise nach Europa kreuzen
sich ihre Wege.
Mit anschließendem Publikumsgespräch und Infos zur gleichnamigen Kampagne. Machen Sie mit und
unterzeichnen Sie den Appell gegen die Diskriminierung von Flüchtlingskindern:
http://www.sos-for-human-rights.eu/
Protestaktion am Münchner Flughafen gegen die Abschiebung von Mohamed Abdilahi
Mohamed Abdilahi: Lieber sterben als noch einmal Malta - Proteste am Flughafen
Die Protestaktionen gegen die Abschiebung von Mohamed Abdilahi waren erfolgreich. Der Flüchtling aus Somalien ist mittlerweile frei und wird nicht mehr abgeschoben. Sein Asylantrag wird in deutschland behandelt. Der Bayerische Flüchtlingsrat konnte die Abschiebung mit einer Faxkampagne gegen die Fluglinie Air Malta und einer spontanen Protestaktion am Münchner Flughafen direkt vor der Abschiebung verhindern.
Flughafen München - Return to sender non stop
Am Samstag, den 06.08.2011 demonstrierten rund 200 Menschen am Münchner Flughafen gegen Abschiebungen.
Millionen Urlaubsreisenden gilt das „Tor zur Welt“ als Sprungbrett ins erholsame Vergnügen, Geschäftsleuten nutzen das Luftverkehrskreuz wie selbstverständlich zum zunehmend globalen Marketing. Gleichzeitig ist der Flughafen für die Grenzpolizei eine EU-Außengrenze, gleichermaßen Kontrollposten und Abschiebeplattform. Dementsprechend erleben Tausende von MigrantInnen und Flüchtlinge schon bei ihrer Ankunft den Flughafen München als Nadelöhr für rassistische Kontrollen und Internierung oder später als Endstation vor der Abschiebung.
Den Flyer zur Demo können Sie hier herunterladen.
25 Jahre Bayerischer Flüchtlingsrat
Der Bayerische Flüchtlingsrat wird ein Vierteljahrhundert alt. Seit 1986 macht er sich nun schon für die Rechte von Flüchtlingen, MigrantInnen und Illegalisierten stark. Einiges haben wir in den vergangenen 25 Jahren gemeinsam erreicht. Auch in Zukunft werden wir vom Bayerischen Flüchtlingsrat dem Freistaat, der Staatsregierung und der bayerischen Bevölkerung unsere unbequeme, streitbare und notwendige Arbeit nicht vorenthalten. Wir wollen immer dort lautstark präsent sein, wo die Rechte von Flüchtlingen verletzt werden.
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende oder Fördermitgliedschaft >>>
BSDS - Bayern sucht das Superlager
Aus den sieben Regierungsbezirken Bayerns kämpften am Samstag, den 7. Mai 2011 im Rahmen von "BSDS - Bayern sucht das Superlager", einer gemeinsamen Veranstaltung vom Bayerischen Flüchtlingsrat und den Münchner Kammerspielen, je ein Lager um den Titel des „krassesten“ Lager Bayerns. Vorgestellt wurden die Lager von BewohnerInnen, die als ExpertInnen einen Einblick in ihre Wohnsituation geben konnten. Die Jury, bestehend aus Bernhard Wunderlich (Rapper von der Band Blumentopf), Maria Peschek (Kabarettistin) und Ralf Hohmann (Radiowissenschaftler) konnten sich zwischen den beiden Flüchtlingslagern in Schongau (Oberbayern) und Coburg (Oberfranken) nicht entscheiden und kürten somit beide als Gewinner. Damit steht es nun fest: Coburg und Schongau sind die „krassesten“ Lager Bayerns! Besucht wurde die Veranstaltung von etwa 120 Personen.
Abschiebungen nach Syrien stoppen
Das Bundesinnenministerium hat in einer Antwort vom 28. April 2011 auf Anfrage des Justizinnenministeriums in Schleswig-Holstein bekannt gegeben, es sei "ratsam, vorläufig bis zur Klärung der Verhältnisse in Syrien tatsächlich keine Abschiebungen vorzunehmen." Einen endgültigen Abschiebestopp gibt es also noch nicht, Abschiebungen werden nur vorübergehend ausgesetzt, wie lange jedoch ist noch unklar.
Am Donnerstag, den 14.4., wurde im Rechts- und Verfassungsausschuss im Bayerischen Landtag der Dringlichkeitsantrag der Grünen, der einen sofortigen Abschiebestopp nach Syrien fordert, abgelehnt. Während FDP, SPD, Grüne und Freie Wähler einen Abschiebestopp befürworteten blieb die CSU hartnäckig und will weiterhin in den Folterstaat abschieben.
ABOLISH - Diskriminierende Gesetze gegen Flüchtlinge abschaffen!
Dienstag, 22. März 2011 – Demonstration in München
Aktion gegen das Asylbewerberleistungsgesetz. Aktionen in über 20 Städten bundesweit!
Auftaktkundgebung: 13:30 Uhr, Marienplatz
Demonstration: Beginn 14:00 Uhr - Marienplatz über Sendlinger Tor zum Stachus, unterwegs Stopp bei den Parteizentralen von Grünen, SPD und FDP
Es rufen auf:
Karawane München * Bayerischer Flüchtlingsrat * Münchner Flüchtlingsrat * linksjugend ['solid] München * antifa nt * SDAJ München * Amnesty Hochschulgruppe München
Flüchtlingsproteste erreichen Bundestag
Bundestagsanhörung am 7.2.2011
Schon seit Jahren protestieren Flüchtlinge in Bayern gegen ihre menschenunwürdige Unterbringung in Sammellagern. Doch die CSU mauert, und lässt nur minimale Änderungen zu. Obwohl andere Bundesländer großzügig Flüchtlinge aus den Lagern ausziehen lassen und Bargeld statt Essenspaketen auszahlen, hält die Bayerische Staatsregierung an diesen Schikanen fest. Sie verweist auf die Bundesgesetze, die ihr keine andere Wahl lassen würden, und dabei besonders auf das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).
Bündnis 90/Die Grünen und die Linke haben nun die Abschaffung des AsylbLG beantragt. Am Montag, den 07.02.2010 befasst sich der Sozialausschuss des Deutschen Bundestags mit den Anträgen zur Abschaffung des AsylbLG. VertreterInnen von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden sowie RechtsexpertInnen wurden geladen, um als Sachverständige das AsylbLG zu beurteilen. Insbesondere die Kirchen und Wohlfahrtsverbände unterstützen die Forderung nach Abschaffung des AsylbLG.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite unserer KollegInnen vom Flüchtlingsrat Berlin
Materialien des Bundestages zur Anhörung (Tagesordnung, Anträge, Stellungnahmen, etc.)
Schöne Bescherung, Frau Haderthauer!
Demonstration gegen Essenspakete, Lager, Arbeitsverbot und Residenzpflicht
Dienstag, 21.12.2010 | 13 Uhr
Auftaktkundgebung: vor dem Bayerischen Sozialministerium | Demonstration zur CSU-Zentrale
Zum zweiten Mal im Jahr 2010 streiken Flüchtlinge in ganz Bayern mit Essenspaketeboykotten und Hungerstreiks gegen Lagerzwang, Essenspakete, Arbeitsverbot und Residenzpflicht. Doch wieder droht dasselbe wie im Frühjahr dieses Jahres: Trotz großer medialer Aufmerksamkeit und obwohl maßgebliche Kräfte aus der Zivilgesellschaft, Wohlfahrtsverbände wie auch die Oppositionsparteien und die FDP in Bayern die Forderungen der Flüchtlinge unterstützen, mauert die CSU weiterhin.
Gegen diese Politik der Ignoranz, der Ausgrenzung und Diskriminierung ruft ein breites Bündnis zu einer Demonstration und Kundgebungen vor dem Bayerischen Sozialministerium und der CSU-Parteizentrale auf.
Flüchtlingsdemo Regensburg
Lärmkundgebung und Unterschriftenübergabe für Arbeitserlaubnisse und menschenwürdiges Leben
Samstag, 11.12.2010 um 13.00 Uhr
Kundgebung vor dem Alten Rathaus Regensburg
Unter dem Motto „Wir haben die Schnauze voll“ protestieren
Regensburger Flüchtlinge zusammen mit dem Flüchtlingsforum
Regensburg für eine Lebensperspektive in Deutschland und eine
menschenwürdige Unterbringung. BewohnerInnen des lokalen
Flüchtlingslagers werden hierbei eine Unterschriftenliste mit ihren
Forderungen übergeben. Die Flüchtlinge fordern das Recht zu
arbeiten, eine Bleiberechtsperspektive sowie die Unterbringung in
Wohnungen statt Flüchtlingslagern.
Noch 100 Flüchtlinge im Essenspaketeboykott
Am 09.11.2010 begannen 25 Flüchtlinge in Denkendorf mit einem Boykott der Essenspakete. Nach und nach schlossen sich insgesamgt 500 Flüchtlinge in 10 bayerischen Flüchtlingslagern den Protesten an. 250 Flüchtlinge aus Augsburg traten für ihre Forderungen gar in einen Hungerstreik, den sie inzwischen jedoch aufgrund der hohen physischen und psychischen Belastung aussetzten.
Zuletzt befanden sich noch rund 100 Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern in Denkendorf, Hauzenberg, Schwabmünchen, Böbrach, Wallersdorf und Mainburg im Essenspaketeboykott.
Schmutzige-Donnerstags-Tour
Bayern bleibt schmutzig – auch nach dem Landtagsbeschluss zur Neuregelung der Lagerpflicht für Flüchtlinge und dem Erlass von Mindeststandards durch das bayerische Sozialministerium. Das Netzwerk Deutschland Lagerland begibt sich deshalb an jedem Donnerstag im Oktober und November 2010 auf seine Schmutzige-Donnerstags-Tour durch bayerische Flüchtlingslager. Wir wollen damit auf die weiterhin menschenunwürdigen Zustände in den bayerischen Flüchtlingslagern aufmerksam machen und Material aus allen Regierungsbezirken zusammentragen.
Ein Hauptaugenmerk werden wir auf die Einhaltung der Mindeststandards richten, die das bayerische Sozialministerium zum 01.04.2010 in Kraft gesetzt hat. Danach sollen Flüchtlinge mindestens 7 m² zur Verfügung und ein Anrecht auf eine angemessene Ausstattung der Gemeinschaftsräume (Küchen, Toiletten, Bäder, Aufenthaltsräume, etc.) haben.
Refugee Rights Conference 2.0

Von 12. - 13. Juni 2010 fand die Refugee-Rights-Conference 2.0 in Nürnberg statt. In 2010 haben die Kämpfe des Netzwerks Deutschland-Lagerland endlich Früchte getragen. Nicht - wie erhofft - die Abschaffung der Lager, der Residenzpflicht, der Essenspakete und des Arbeitsverbots, aber doch wesentliche Verbesserungen für Flüchtlinge in Bayern. Das Erreichte galt es auszuwerten, unsere Kritik an den fortbestehenden rassistischen Missständen zu formulieren und Ziele für die anstehenden Kämpfe ins Auge zu fassen.
Residenzpflicht abschaffen

Der Sozialausschuss des Bayerischen Landtags derweil die Residenzpflicht
wenigstens ein wenig gelockert und eine einstimmig eine von CSU
und FDP beantragte Neuregelung der Residenzpflicht für Flüchtlinge
im Asylverfahren beschlossen. Sie sieht vor, ihre Bewegungsfreiheit vom
Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt auf den Regierungsbezirk und
gegebenenfalls auf die Nachbarlandkreise in angrenzenden
Regierungsbezirken auszuweiten.
Kein Ende wird damit der
willkürlichen Praxis vieler bayerischer Ausländerbehörden bereitet, die
Bewegungsfreiheit von Geduldeten unrechtmäßig zu beschränken, die sich
im ganzen Bundesland frei bewegen dürfen. Diese Praxis missachtet die Vorgaben
des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs.
Essenspaketeboykott weitet sich aus
Demonstration in München | 04.05.2010 | 18.00 Uhr | Sendlinger Tor
Über mehrere Wochen boykottierten über 200 Flüchtlinge in Hauzenberg, Breitenberg, Bogen, Regensburg, Aholfing, Passau und
Augsburg die Annahme der Essenspakete. Sie fordern gemeinsam „Bargeld
statt Essenpakete, weg mit der Residenzpflicht, generelle
Arbeitserlaubnis, Abschaffung der Lagerpflicht und Respekt von den
Verantwortlichen in Ausländerbehörden, Landratsämtern und im
Innenministerium“. Der Essenspaketeboykott wurde am 13.4.10 ausgesetzt.
„Wir danken allen denjenigen, die uns moralisch, physisch, materiell
und finanziell in den letzten Wochen unterstützt haben. Wichtiger aber
noch ist der Dank an alle Flüchtlinge, die sich an dem Streik beteiligt
und ihn erst möglich gemacht haben. Zusammen werden wir den Kampf
fortsetzen, bis es zu Veränderungen kommt“, unterstreicht Herr Kabamba
Ban Ibana aus dem Lager in Hauzenberg.
Da in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses des Bayerischen Landtags am 6.5.10 über die Zukunft der bayerischen Asylpolitik entschieden werden soll, findet am 4.5.10 in München eine Demonstration statt, mit denen die Flüchtlinge die verantwortlichen PolitikerInnen mit ihren Forderungen konfrontieren.
Infoflyer downloaden >>>
Unterstützt die hungerstreikenden Flüchtlinge und ihre Forderungen!
Kundgebung in Passau, Freitag, 12.02.2010, 15 Uhr
Am kommenden Freitag, den 12.02.2010 ruft ein breites Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft um 15 Uhr am Europaplatz (gegenüber dem Hauptbahnhof) in Passau zu einer Kundgebung zur Unterstützung des andauernden Hungerstreiks in
Hauzenberg und Breitenberg auf. Der Bayerische Flüchtlingsrat
unterstützt diese Kundgebung und ruft auf, sich an der Protestaktion zu
beteiligen. Flyer und Plakat zur Kundgebung findet ihr hier.
Aktuelles:
Demonstranten wollen Asylbewerber im Hungerstreik unterstützen (ddp, 11.02.2010)
Passauer Bündnis ruft zu Demonstration für Flüchtlingsrechte auf (Passauer Neue Presse, 10.02.2010)
Hungerstreik in bayerischen Flüchtlingslagern
Die 16 Flüchtlinge, die sich seit dem 26.01.2010 im Hungerstreik befanden, haben ihren Hungerstreik ausgesetzt. „Wir haben in den letzten Tagen gesehen, dass unsere Forderungen nach
Bewegungsfreiheit in ganz Bayern, Bargeld statt Essenspaketen und dem
Recht auf Arbeit von vielen Seiten unterstützt werden", erklärt Kabamba Ban Ibanda, ein Bewohner des Hauzenberger Flüchtlingslagers dazu. „Obwohl wir den Hungerstreik aussetzen, verweigern wir weiter die
Essenspakete. Denn wir brauchen eine wirkliche Veränderung. Wir können
nicht unter den Bedingungen weiterleben, die man uns hier im Lager an
diesem Ort zumutet“, fügt ein junger Mann aus Breitenberg hinzu, der von
Anfang an am Hungerstreik beteiligt war.
Am 12.02.2010 unterstützten über 120 PassauerInnen mit einer Demonstration die Forderungen der Flüchtlinge nach Bewegungsfreiheit in ganz Bayern, Bargeld statt Essenspaketen und dem
Recht auf Arbeit.
Die Karawane München und der Bayerische
Flüchtlingsrat unterstützen die Forderungen: „Dass Flüchtlinge zu lebensbedrohlichen Protestformen greifen, ist die bedauerliche
Konsequenz der bayerischen Isolations- und Lagerpolitik. Seit mehr als
einem Jahr werden Änderungen versprochen, jetzt muss endlich gehandelt
werden“, so Tobias Klaus.
Sie haben hier die Möglichkeit, mit ihrer Unterschrift unter unsere Online-Petition die Forderungen der Flüchtlinge zu unterstützen.
Hintergrundinformationen, Bilder und Videos unter www.carava.net
Syrien Abschiebungen stoppen
Vergangene Aktionen
Am Mittwoch den 27.01.2009 hat der Innenausschuss des deutschen Bundestages eine dramatische
Entscheidung gefällt: Das Abschiebe-Abkommen mit Syrien wird nicht
außer Kraft gesetzt – SPD, Grüne und Linke hatten angesichts mehrerer
Inhaftierungen von Abgeschobenen und dokumentierter Folterfälle einen
Abschiebestopp gefordert. Damit leben 7.000 SyrerInnen in Deutschland
weiterhin in Angst. Über den Verbleib von Abgeschoben
verweigert die Syrische Seite bislang jede Auskunft, wie aus einem
internen Dokument des Auswärtigen Amtes hervorgeht, das dem Bayerischen
Flüchtlingsrat vorliegt.
Menschenrechtsorganisationen und syrische Flüchtlinge hatten vor dem
Paul-Löbe-Haus, in dem der Innenausschuss heute tagte, für
Menschenrechte in Syrien und ein Ende der Abschiebungen protestiert.
Wir fordern daher weiterhin auf:
Schreibt den Abgeordneten Protestemails >>>
Demo in Schongau am 17.10.2009
Lager schließen 09 – die nächste Runde: 16. und 17. Oktober Anti-Lager-Aktionstage in Schongau
17. Oktober, 11 Uhr: Demo-Zug durch Schongau. Auftakt: Bahnhof Schongau
Das Flüchtlingslager in der Kleinstadt Schongau (Landkreis Weilheim) ist ein trauriges Beispiel für die bayerische Politik der Flüchtlingsabwehr: 60 Menschen leben in zwei maroden Holzbaracken weit außerhalb der Stadt, mitten im Gewerbegebiet. In direkter Nachbarschaft befindet sich ein Tierheim. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, bellen Hunde. In den Baracken ist es feucht und moderig, im Sommer ist es zu heiß und im Winter zu kalt. Mehrere Personen, auch Familien, müssen sich jeweils ein viel zu kleines Zimmer teilen. Die BewohnerInnen des Lagers, insbesondere die Kinder, leiden ständig an Krankheiten und sind psychisch traumatisiert.
Aus für Abschiebelager Fürth
Das umstrittenste bayerische Flüchtlingslager wird nach 7 langen Jahren endlich geschlossen
Das "Ausreisezentrum" Fürth wurde im September 2002 eröffnet. In dieses Straflager des Innenministeriums wurden geduldete Flüchtlinge eingewiesen, denen die Ausländerbehörden unterstellten, ihre eigene Abschiebung „rechtsmissbräuchlich“ zu verhindern. Mit massivem psychischem Druck sollten die Flüchtlinge dazu genötigt werden, „freiwillig“ aus Deutschland auszureisen, weil eine zwangsweise Abschiebung nicht möglich war. Als Maßnahmen wurden die Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Insassen auf das Fürther Stadtgebiet, Leben hinter Gittern, regelmäßige Verhöre, Bewachung durch einen privaten Sicherheitsdienst, Entzug des „Taschengeldes“ von monatlich 40 Euro, strikte Arbeitsverbote, tägliche Ausgabe der Lebensmittelpakete zur Sicherstellung der regelmäßigen Anwesenheit, Zimmerdurchsuchungen, Meldepflichten und Anwesenheitskontrollen angewandt. Selbst der Besitz privater Möbel und Kühlschränke wurde untersagt.
Die Schließung des "Ausreisezentrums" ist ein später aber voller Erfolg des massiven Widerstands gegen dieses Abschiebelager durch den Flüchtlingsrat, die Karawane Nürnberg, das Netzwerk „Deutschland Lagerland“ und vieler weiterer beteiligter Organisationen.
Menschenrechtspreis für Lagerland-AktivistInnen
Alljährlich ehrt Pro Asyl Menschenrechtsorganisationen und Personen für
ihren herausragenden Einsatz für die Rechte von Flüchtlingen und
MigrantInnen. Dieses Jahr geht der Preis an Nissrin Ali (19) und Felleke Bahiru Kum (35), und damit zum ersten Mal an Flüchtlinge, die sich öffentlich für die Interessen von Flüchtlingen
und MigrantInnen in Deutschland einsetzen.
Nissrin Ali, staatenlose Kurdin aus Syrien, floh im Alter von 12
Jahren mit ihrer Familie vor der Verfolgung in Syrien. Mit 13 Jahren
kam sie nach Deutschland und lebt seitdem im Flüchtlingslager Bayreuth.
Nachdem zum Jahresbeginn ein Rückübernahmeabkommen zwischen Syrien und
Deutschland in Kraft getreten ist, droht ihr und ihrer Familie die
Abschiebung in den Folterstaat Syrien.
Felleke Bahiru Kum floh 2000 vor seinen Verfolgern in Äthiopien und kämpft seitdem um eine
Aufenthaltserlaubnis. Zweimal verhinderte er seine eigene Abschiebung durch passiven Widerstand gegen
Bundespolizeibeamte. Mit der Zuerkennung eines Abschiebeverbots wegen drohender Folter bewies das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
am 24.07.2009, dass Fellekes Weigerung, an seiner eigenen Abschiebung mitzuwirken, mehr als
berechtigt war.
Nissrin und Felleke wurden im April 2009 bundesweit bekannt,
weil sie den Mut hatten, als Delegierte des Netzwerks Deutschland Lagerland bei der Anhörung im
Bayerischen Landtag zur Situation in den bayerischen Flüchtlingslagern
zu sprechen.
Lagerschlussverkauf – alles muss weg!
Demonstrationen gegen Lagerzwang für Flüchtlinge am 13.06.09 in München und Würzburg
Das Netzwerk Deutschland Lagerland ruft zu zwei
Demonstrationen gegen Flüchtlingslager am 13.06.2009 auf:
In München ziehen Flüchtlinge
und UnterstützerInnen ab 14 Uhr vom Karlsplatz/Stachus zum Bayerischen Landtag,
um die Abschaffung des Lagerzwangs für Flüchtlinge und das Recht auf
Auszug in eine eigene Wohnung zu fordern. Die Auftaktkundgebung beginnt
um 13 Uhr am Stachus, die Demonstration führt
über Altstadtring, Fraunhoferstraße und Gärtnerplatz zur
Maximiliansbrücke. Dort werden wir gemeinsam eine Flüchtlingslagermauer
einreißen.
In Würzburg beginnt bereits um 11 Uhr eine kurzfristig organisierte Demonstration am Domvorplatz, die nach einer Runde durch die Innenstadt gegen 12.30 Uhr am Dom endet. Zu dieser zweiten Demonstration entschlossen sich die Flüchtlinge und der Asyl-AK aus Würzburg, da den betroffenen Flüchtlingen untersagt worden ist, zur Demo nach München zu fahren.
Das Timing für die Demonstrationen ist perfekt, denn am 18.06.2009
beginnt die parlamentarische Debatte im Bayerischen Landtag über die
Zukunft der Bayerischen Flüchtlingslager.
Die Demonstrationen sind Teil der Lagerschlussverkauf-Aktionstage vom 11.-14.06.09, die vom Netzwerk Deutschland Lagerland organisiert werden.
Weitere Informationen: www.deutschland-lagerland.de
Sammelpetition Wohnungen statt Flüchtlingslager




Bayern zwingt 7636 Flüchtlinge dazu, in 118 Lagern zu leben. Jahrelange Unterbringung in Mehrbettzimmern in alten Gasthöfen, ausgedienten Kasernen und Containerunterkünften; Gemeinschaftsküchen und -bäder; Essens- und Hygienepakete; gebrauchte Kleidung oder Gutscheine; Arbeitsverbote und die Residenzpflicht zermürben die betroffenen Flüchtlinge. Dass dadurch viele psychisch und/oder physisch krank werden und massiv an ihrer Perspektivlosigkeit leiden, wurde von der Bayerischen Staatsregierung bisher hingenommen, denn die Unterbringung in Flüchtlingslagern soll "die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern" (Durchführungsverordnung Asyl).
Doch endlich zeichnet sich eine Änderung ab: Am 23. April 2009 wird im Rahmen einer ExpertInnen-Anhörung im Bayerischen Landtag über die Zukunft der Flüchtlingsunterbringung debattiert. Wir als Bayerischer Flüchtlingsrat können unsere Position bei der Anhörung selbst vertreten, weil wir als Experten geladen sind. Wenn auch Sie die Abschaffung der Lagerpflicht fordern, bieten wir Ihnen mit dieser Sammelpetition die Möglichkeit, diese Forderung an den Petitionsausschuss zu richten, damit er diese in die Diskussion einbringen kann.
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Lagerpflicht für Flüchtlinge abschaffen!
Gesetzentwurf am 13.12.2011 im Bayerischen Landtag
In Bayern gilt eine strikte Lagerpflicht für Flüchtlinge. Sie hat ihre gesetzliche Grundlage im bayerischen Landesaufnahmegesetz (AufnG) von 2002. Die Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern soll, so die Bayerische Asyldurchführungsverordnung (DV Asyl) von 2002, „die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern“.
Die Lagerpflicht muss jedoch abgeschafft werden. Sie ist nicht nur menschenunwürdig, sondern nach einem Bericht der Vereinten Nationen ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Die Forderung nach Abschaffung oder zeitlicher Begrenzung der Lagerpflicht wurde von allen ExpertInnen der Landtagsanhörung am 23.04.09 getragen. Im Landtag selbst gibt es eine Mehrheit aus Grünen, FDP, SPD, und FW für die Begrenzung der Lagerunterbringung auf maximal ein Jahr - lediglich die CSU will an ihrer Abschreckungspolitik festhalten.
CSU und FDP haben sich nach drei Jahren Debatte im bayerischen Landtag und mehr als einem Jahr nach ihrem "Asylkompromiss" nun auf einen Änderungsentwurf für das AufnG geeinigt, der am 13.12.11 in den bayerischen Landtag eingebracht wird. Eine vorläufige Neuregelung im Vorgriff auf dieses Gesetz ist seit April 2011 in Kraft. Doch dieser mangelhafte Kompromiss erlaubt es nur wenigen Flüchtlingen, aus den Flüchtlingslagern auszuziehen.
Aufruf "Keine Abschiebungen in den Irak" unterzeichnen!




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Wahlprüfsteine zur Landtagswahl '08
Proteste in Nördlinger Flüchtlingsunterkunft
Bei einem Treffen am 09.05.2008 zwischen einer Delegation der Nördlinger Flüchtlinge und VertreterInnen der Regierung von Schwaben und des Landratsamts Donauwörth wurden einige konkrete Vereinbarungen getroffen zu Forderungen der Flüchtlinge, die im Regelungsbereich der beteiligten Behörden liegen.
save me - 850 Flüchtlinge für München
Was wäre eigentlich, wenn wir diesem Flüchtlingselend nicht mehr tatenlos zuschauen würden? Wenn wir Menschen aus den Lagern heraus nach Deutschland holen würden? Wenn wir tatkräftig zeigen würden, dass uns das Schicksal der Flüchtlinge dieser Welt nicht gleichgültig ist?
Weiter zur Kampagne!
Kriminalisierung von FlüchtlingsunterstützerInnen stoppen!
In der Hoffnung, doch eine Handhabe zu finden, haben die Innenminister von Bund und Ländern bei der Innenministerkonferenz am 15. Mai 2003 in Erfurt die AG Rückführung beauftragt, "sich mit dem Problem der Verhinderung von Flugabschiebungen durch demonstrative Aktionen zu befassen und ggf. bis zur Herbstsitzung 2003 Lösungsvorschläge zu erarbeiten" - Ergebnisse sind nicht bekannt.
Doch Münchener Polizei und Staatsanwaltschaft fahren ihre eigene Strategie: regelmäßig überziehen sie FlüchtlingsunterstützerInnen mit unhaltbaren Vorwürfen und Strafbefehlen, die, wie im jüngsten Fall, häufig mit Freisprüchen vor Gericht endeten.
Keine Abschiebungen nach Äthiopien
Lesen Sie alles zur Kampagne gegen die Abschiebungen nach Äthiopien