Aktionen
Hier dokumentieren wir eine Auswahl der Aktionen des Bayerischen Flüchtlingsrats und befreundeter Gruppen und Organisationen.Essenspaketeboykott weitet sich aus
Flüchtlinge in Passau, Regensburg, Bogen, Hauzenberg und Breitenberg verweigern Annahme der Essenspakete
Seit Dienstag, den 09.03.2010, beteiligen sich Flüchtlinge aus Regensburg und Passau an den Essenspaketeboykotts, die BewohnerInnen der Flüchtlingslager im Landkreis Passau begonnen haben. Damit boykottieren jetzt Flüchtlinge in Hauzenberg, Breitenberg, Bogen, Regensburg und Passau die Annahme der Essenspakete. Sie fordern gemeinsam „Bargeld statt Essenpakete, weg mit der Residenzpflicht, generelle Arbeitserlaubnis, Abschaffung der Lagerpflicht und Respekt von den Verantwortlichen in Ausländerbehörden, Landratsämtern und im Innenministerium“.
Die Flüchtlinge sind jetzt dringend auf materielle Unterstützung
angewiesen. Spenden werden deshalb erbeten an:
Bayerischer Flüchtlingsrat | Bank für Sozialwirtschaft | BLZ:
700 205 00 | Konto Nr: 88 32 602 | Stichwort: Essenspakete
Unterstützt die hungerstreikenden Flüchtlinge und ihre Forderungen!
Kundgebung in Passau, Freitag, 12.02.2010, 15 Uhr
Am kommenden Freitag, den 12.02.2010 ruft ein breites Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft um 15 Uhr am Europaplatz (gegenüber dem Hauptbahnhof) in Passau zu einer Kundgebung zur Unterstützung des andauernden Hungerstreiks in
Hauzenberg und Breitenberg auf. Der Bayerische Flüchtlingsrat
unterstützt diese Kundgebung und ruft auf, sich an der Protestaktion zu
beteiligen. Flyer und Plakat zur Kundgebung findet ihr hier.
Aktuelles:
Demonstranten wollen Asylbewerber im Hungerstreik unterstützen (ddp, 11.02.2010)
Passauer Bündnis ruft zu Demonstration für Flüchtlingsrechte auf (Passauer Neue Presse, 10.02.2010)
Hungerstreik in bayerischen Flüchtlingslagern
Die 16 Flüchtlinge, die sich seit dem 26.01.2010 im Hungerstreik befanden, haben ihren Hungerstreik ausgesetzt. „Wir haben in den letzten Tagen gesehen, dass unsere Forderungen nach
Bewegungsfreiheit in ganz Bayern, Bargeld statt Essenspaketen und dem
Recht auf Arbeit von vielen Seiten unterstützt werden", erklärt Kabamba Ban Ibanda, ein Bewohner des Hauzenberger Flüchtlingslagers dazu. „Obwohl wir den Hungerstreik aussetzen, verweigern wir weiter die
Essenspakete. Denn wir brauchen eine wirkliche Veränderung. Wir können
nicht unter den Bedingungen weiterleben, die man uns hier im Lager an
diesem Ort zumutet“, fügt ein junger Mann aus Breitenberg hinzu, der von
Anfang an am Hungerstreik beteiligt war.
Am 12.02.2010 unterstützten über 120 PassauerInnen mit einer Demonstration die Forderungen der Flüchtlinge nach Bewegungsfreiheit in ganz Bayern, Bargeld statt Essenspaketen und dem
Recht auf Arbeit.
Die Karawane München und der Bayerische
Flüchtlingsrat unterstützen die Forderungen: „Dass Flüchtlinge zu lebensbedrohlichen Protestformen greifen, ist die bedauerliche
Konsequenz der bayerischen Isolations- und Lagerpolitik. Seit mehr als
einem Jahr werden Änderungen versprochen, jetzt muss endlich gehandelt
werden“, so Tobias Klaus.
Sie haben hier die Möglichkeit, mit ihrer Unterschrift unter unsere Online-Petition die Forderungen der Flüchtlinge zu unterstützen.
Hintergrundinformationen, Bilder und Videos unter www.carava.net
Syrien Abschiebungen stoppen
Am Mittwoch den 27.01.2009 hat der Innenausschuss des deutschen Bundestages eine dramatische
Entscheidung gefällt: Das Abschiebe-Abkommen mit Syrien wird nicht
außer Kraft gesetzt – SPD, Grüne und Linke hatten angesichts mehrerer
Inhaftierungen von Abgeschobenen und dokumentierter Folterfälle einen
Abschiebestopp gefordert. Damit leben 7.000 SyrerInnen in Deutschland
weiterhin in Angst. Über den Verbleib von Abgeschoben
verweigert die Syrische Seite bislang jede Auskunft, wie aus einem
internen Dokument des Auswärtigen Amtes hervorgeht, das dem Bayerischen
Flüchtlingsrat vorliegt.
Menschenrechtsorganisationen und syrische Flüchtlinge hatten vor dem
Paul-Löbe-Haus, in dem der Innenausschuss heute tagte, für
Menschenrechte in Syrien und ein Ende der Abschiebungen protestiert.
Wir fordern daher weiterhin auf:
Schreibt den Abgeordneten Protestemails >>>
Demo in Schongau am 17.10.2009
Lager schließen 09 – die nächste Runde: 16. und 17. Oktober Anti-Lager-Aktionstage in Schongau
17. Oktober, 11 Uhr: Demo-Zug durch Schongau. Auftakt: Bahnhof Schongau
Das Flüchtlingslager in der Kleinstadt Schongau (Landkreis Weilheim) ist ein trauriges Beispiel für die bayerische Politik der Flüchtlingsabwehr: 60 Menschen leben in zwei maroden Holzbaracken weit außerhalb der Stadt, mitten im Gewerbegebiet. In direkter Nachbarschaft befindet sich ein Tierheim. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, bellen Hunde. In den Baracken ist es feucht und moderig, im Sommer ist es zu heiß und im Winter zu kalt. Mehrere Personen, auch Familien, müssen sich jeweils ein viel zu kleines Zimmer teilen. Die BewohnerInnen des Lagers, insbesondere die Kinder, leiden ständig an Krankheiten und sind psychisch traumatisiert.
Aus für Abschiebelager Fürth
Das umstrittenste bayerische Flüchtlingslager wird nach 7 langen Jahren endlich geschlossen
Das "Ausreisezentrum" Fürth wurde im September 2002 eröffnet. In dieses Straflager des Innenministeriums wurden geduldete Flüchtlinge eingewiesen, denen die Ausländerbehörden unterstellten, ihre eigene Abschiebung „rechtsmissbräuchlich“ zu verhindern. Mit massivem psychischem Druck sollten die Flüchtlinge dazu genötigt werden, „freiwillig“ aus Deutschland auszureisen, weil eine zwangsweise Abschiebung nicht möglich war. Als Maßnahmen wurden die Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Insassen auf das Fürther Stadtgebiet, Leben hinter Gittern, regelmäßige Verhöre, Bewachung durch einen privaten Sicherheitsdienst, Entzug des „Taschengeldes“ von monatlich 40 Euro, strikte Arbeitsverbote, tägliche Ausgabe der Lebensmittelpakete zur Sicherstellung der regelmäßigen Anwesenheit, Zimmerdurchsuchungen, Meldepflichten und Anwesenheitskontrollen angewandt. Selbst der Besitz privater Möbel und Kühlschränke wurde untersagt.
Die Schließung des "Ausreisezentrums" ist ein später aber voller Erfolg des massiven Widerstands gegen dieses Abschiebelager durch den Flüchtlingsrat, die Karawane Nürnberg, das Netzwerk „Deutschland Lagerland“ und vieler weiterer beteiligter Organisationen.
Menschenrechtspreis für Lagerland-AktivistInnen
Alljährlich ehrt Pro Asyl Menschenrechtsorganisationen und Personen für
ihren herausragenden Einsatz für die Rechte von Flüchtlingen und
MigrantInnen. Dieses Jahr geht der Preis an Nissrin Ali (19) und Felleke Bahiru Kum (35), und damit zum ersten Mal an Flüchtlinge, die sich öffentlich für die Interessen von Flüchtlingen
und MigrantInnen in Deutschland einsetzen.
Nissrin Ali, staatenlose Kurdin aus Syrien, floh im Alter von 12
Jahren mit ihrer Familie vor der Verfolgung in Syrien. Mit 13 Jahren
kam sie nach Deutschland und lebt seitdem im Flüchtlingslager Bayreuth.
Nachdem zum Jahresbeginn ein Rückübernahmeabkommen zwischen Syrien und
Deutschland in Kraft getreten ist, droht ihr und ihrer Familie die
Abschiebung in den Folterstaat Syrien.
Felleke Bahiru Kum floh 2000 vor seinen Verfolgern in Äthiopien und kämpft seitdem um eine
Aufenthaltserlaubnis. Zweimal verhinderte er seine eigene Abschiebung durch passiven Widerstand gegen
Bundespolizeibeamte. Mit der Zuerkennung eines Abschiebeverbots wegen drohender Folter bewies das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
am 24.07.2009, dass Fellekes Weigerung, an seiner eigenen Abschiebung mitzuwirken, mehr als
berechtigt war.
Nissrin und Felleke wurden im April 2009 bundesweit bekannt,
weil sie den Mut hatten, als Delegierte des Netzwerks Deutschland Lagerland bei der Anhörung im
Bayerischen Landtag zur Situation in den bayerischen Flüchtlingslagern
zu sprechen.
Lagerschlussverkauf – alles muss weg!
Demonstrationen gegen Lagerzwang für Flüchtlinge am 13.06.09 in München und Würzburg
Das Netzwerk Deutschland Lagerland ruft zu zwei
Demonstrationen gegen Flüchtlingslager am 13.06.2009 auf:
In München ziehen Flüchtlinge
und UnterstützerInnen ab 14 Uhr vom Karlsplatz/Stachus zum Bayerischen Landtag,
um die Abschaffung des Lagerzwangs für Flüchtlinge und das Recht auf
Auszug in eine eigene Wohnung zu fordern. Die Auftaktkundgebung beginnt
um 13 Uhr am Stachus, die Demonstration führt
über Altstadtring, Fraunhoferstraße und Gärtnerplatz zur
Maximiliansbrücke. Dort werden wir gemeinsam eine Flüchtlingslagermauer
einreißen.
In Würzburg beginnt bereits um 11 Uhr eine kurzfristig organisierte Demonstration am Domvorplatz, die nach einer Runde durch die Innenstadt gegen 12.30 Uhr am Dom endet. Zu dieser zweiten Demonstration entschlossen sich die Flüchtlinge und der Asyl-AK aus Würzburg, da den betroffenen Flüchtlingen untersagt worden ist, zur Demo nach München zu fahren.
Das Timing für die Demonstrationen ist perfekt, denn am 18.06.2009
beginnt die parlamentarische Debatte im Bayerischen Landtag über die
Zukunft der Bayerischen Flüchtlingslager.
Die Demonstrationen sind Teil der Lagerschlussverkauf-Aktionstage vom 11.-14.06.09, die vom Netzwerk Deutschland Lagerland organisiert werden.
Weitere Informationen: www.deutschland-lagerland.de
Sammelpetition Wohnungen statt Flüchtlingslager




Bayern zwingt 7636 Flüchtlinge dazu, in 118 Lagern zu leben. Jahrelange Unterbringung in Mehrbettzimmern in alten Gasthöfen, ausgedienten Kasernen und Containerunterkünften; Gemeinschaftsküchen und -bäder; Essens- und Hygienepakete; gebrauchte Kleidung oder Gutscheine; Arbeitsverbote und die Residenzpflicht zermürben die betroffenen Flüchtlinge. Dass dadurch viele psychisch und/oder physisch krank werden und massiv an ihrer Perspektivlosigkeit leiden, wurde von der Bayerischen Staatsregierung bisher hingenommen, denn die Unterbringung in Flüchtlingslagern soll "die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern" (Durchführungsverordnung Asyl).
Doch endlich zeichnet sich eine Änderung ab: Am 23. April 2009 wird im Rahmen einer ExpertInnen-Anhörung im Bayerischen Landtag über die Zukunft der Flüchtlingsunterbringung debattiert. Wir als Bayerischer Flüchtlingsrat können unsere Position bei der Anhörung selbst vertreten, weil wir als Experten geladen sind. Wenn auch Sie die Abschaffung der Lagerpflicht fordern, bieten wir Ihnen mit dieser Sammelpetition die Möglichkeit, diese Forderung an den Petitionsausschuss zu richten, damit er diese in die Diskussion einbringen kann.
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Lagerpflicht für Flüchtlinge abschaffen!
CSU legt enttäuschendes Positionspapier vor
Das Positionspapier der CSU
In Bayern gilt eine strikte Lagerpflicht für Flüchtlinge. Sie hat ihre gesetzliche Grundlage im bayerischen Landesaufnahmegesetz (AufnG) von 2002. Die Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern soll, so die Bayerische Asyldurchführungsverordnung (DVAsyl) von 2002, „die Bereitschaft zur Rückkehr in das Heimatland fördern“.
Auf dieser rechtlichen Grundlage werden 7636 Personen in 118 Flüchtlingslagern zermürbt: Jahrelange Unterbringung in Mehrbettzimmern in alten Gasthöfen, ausgedienten Kasernen und verrotteten Containerunterkünften, Gemeinschaftsküchen und -bäder, Polizeikontrollen zu allen Tages- und Nachtzeiten, Essens- und Hygienepakete, gebrauchte Kleidung oder Gutscheine, Arbeitsverbote, Residenzpflicht und Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Passpflicht sind die Instrumentarien, die dem Unterbringungszweck‚ der Förderung der Rückkehrbereitschaft, dienen.
Dabei zeigt sich, dass die Unterbringung in Wohnungen deutlich billiger ist, als die Lagerunterbringung, bei einer fünfköpfigen Familie in München beispielsweise um 2.315 € pro Monat.
Nach der interfraktionellen ExpertInnen-Anhörung im Bayerischen Landtag am 23.04.09 hat die parlamentarische Debatte aufgrund der Gesetzesentwürfe von Grünen und Freien Wählern begonnen:
Die Landtagsdebatte zum FW-Gesetzentwurf als Video >>>
Die Landtagsdebatte zum Grünen-Gesetzentwurf als Video >>>
Weitere Informationen:
- Die Positionen der Landtagsfraktionen mehr >>>
- Die Positionen des Bayerischen Flüchtlingsrats mehr >>>
- Die Medienberichte zur Debatte um die Lagerpflicht mehr >>>
- Die Landtagsanhörung zur Umsetzung des AsylbLG in Bayern am 23.4.09 mehr >>>
- Weitere Dokumente und Stellungnahmen mehr >>>
- Alle Informationen zu den Flüchtlingslagern in Bayern mehr >>>
Aufruf "Keine Abschiebungen in den Irak" unterzeichnen!




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Wahlprüfsteine zur Landtagswahl '08
Proteste in Nördlinger Flüchtlingsunterkunft
Bei einem Treffen am 09.05.2008 zwischen einer Delegation der Nördlinger Flüchtlinge und VertreterInnen der Regierung von Schwaben und des Landratsamts Donauwörth wurden einige konkrete Vereinbarungen getroffen zu Forderungen der Flüchtlinge, die im Regelungsbereich der beteiligten Behörden liegen.
save me - 850 Flüchtlinge für München
Was wäre eigentlich, wenn wir diesem Flüchtlingselend nicht mehr tatenlos zuschauen würden? Wenn wir Menschen aus den Lagern heraus nach Deutschland holen würden? Wenn wir tatkräftig zeigen würden, dass uns das Schicksal der Flüchtlinge dieser Welt nicht gleichgültig ist?
Weiter zur Kampagne!
Kriminalisierung von FlüchtlingsunterstützerInnen stoppen!
In der Hoffnung, doch eine Handhabe zu finden, haben die Innenminister von Bund und Ländern bei der Innenministerkonferenz am 15. Mai 2003 in Erfurt die AG Rückführung beauftragt, "sich mit dem Problem der Verhinderung von Flugabschiebungen durch demonstrative Aktionen zu befassen und ggf. bis zur Herbstsitzung 2003 Lösungsvorschläge zu erarbeiten" - Ergebnisse sind nicht bekannt.
Doch Münchener Polizei und Staatsanwaltschaft fahren ihre eigene Strategie: regelmäßig überziehen sie FlüchtlingsunterstützerInnen mit unhaltbaren Vorwürfen und Strafbefehlen, die, wie im jüngsten Fall, häufig mit Freisprüchen vor Gericht endeten.
Keine Abschiebungen nach Äthiopien
Lesen Sie alles zur Kampagne gegen die Abschiebungen nach Äthiopien










