15.11.2007

3500 Unterschriften in 10 Tagen

Der Fall der von Abschiebung bedrohten Familie Ora hat einen Proteststurm ausgelöst. In nur 10 Tagen wurden 3769 Unterschriften für die syrischen Christen gesammelt, die seit 12 Jahren im niederbayerischen Bogen leben. „Wir kriegen Protestschreiben aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland“, so Tobias Klaus vom Bayerischen Flüchtlingsrat. Im Landkreis Straubing unterschrieben ganze Schulen, Kirchengemeinden und Sportvereine. Auch der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, setzte sich erneut für die Familie ein.

Für die Zukunft der Familie ist mittlerweile gesorgt. Der älteste Sohn Bilos unterschreibt am Mittwoch seinen Vertrag für eine Ausbildung als Koch, die Eltern haben Arbeitsplätze in Aussicht.

Obwohl der erste Abschiebeversuch an massiven Protesten scheiterte, ist die Familie jedoch weiter in Gefahr. Frühestens am 28.11.2007 behandelt der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags den Fall. Entscheidet er negativ, droht die sofortige Abschiebung, obwohl über den Bleiberechtsantrag der Oras noch nicht entschieden ist. Als integrierte, langjährig geduldete Familie müssten sie eine Aufenthaltserlaubnis erhalten – erst im August wurde einen entsprechendes Gesetz erlassen.

„Scheinbar soll mit einer schnellen Abschiebung verhindert werden, dass die Oras ihren Rechtsanspruch auf ein Bleiberecht durchsetzen können“, sagt Tobias Klaus. „Leider ist das kein Einzelfall: Manche Ausländerbehörden hebeln das Bleiberecht systematisch aus.“

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