Berichte von Infomobiltouren

Hier findet ihr Berichte und Eindrücke von den Infomobiltouren nach Manching und Ingolstadt

Infomobil Tour vom 13.11.2017

Alles anders und doch kein Unterschied

 

Am Sonntag den 12.11.2017 sind wir nach einer längeren Pause mit unserem Infomobil wieder nach Ingolastadt gefahren und haben die Abschiebelager in der Manchinger- und Marie-Curie-Straße besucht. Seit unserer letzten Fahrt nach Ingolstadt hat sich die Situation in Bayern noch einmal stark verändert, gleichzeitig haben wir heute gemerkt, dass die Zustände in den Lagern und die Probleme, von welchen die Menschen berichten, häufig noch immer die gleichen sind. Die Abschiebelager, die vorher euphemistisch ARE (Ankunfts- und Rückführungs Einrichtungen) hießen, wurden im Sommer 2017, nicht weniger beschönigend, in Transitzentren umbenannt und zusätzlich wurden weitere solcher Abschiebelager in Regensburg und Deggendorf eröffnet. Denn, die bayerische Regierung hat beschlossen nunmehr ALLE Personen mit „schlechter Bleibeperspektive" in diese Lager zu stecken.

So treffen wir bei unserem Besuch am Sonntag auf Personen aus Nigeria, der Ukraine, Afghanistan und Albanien. Im Gegensatz zu früher sprechen die Menschen weniger direkt über ihre Schwierigkeiten und Probleme. Es fallen Sätze wie: „It is good, better than Greece!" oder „It is okay. They take care about my Problem". Viele Personen, die wir treffen, sind seit 3-4 Monaten in Deutschland und nach ihrer Ankunft direkt nach Ingolstadt verlegt worden. Bei längeren Gesprächen wird deutlich, dass sich die Situation zu früher jedoch nicht wirklich verbessert hat. Die Leute, mit denen wir sprechen, berichten, dass keine Kinder mehr eine Regelschule besuchen dürfen, sondern nun wieder alle in einem Raum im Lager „unterrichtet" werden. Eine Frau erzählt uns, dass viele schwangere Frauen im Camp leben, für die keine ausreichende Betreuung gewährleistet ist. Ein junger Mann erzählt uns, dass sie nach wie vor offiziell keine Lebensmittel ins Lager mit reinnehmen dürfen und das ausgegebene Essen oft zu wenig sei. Auf die Frage, ob Menschen abgeschoben werden oder „freiwillig" ausreisen antwortet er, dass niemand freiwillig ausreist! Viele würden dennoch das Lager verlassen, um in anderen Ländern ihr Glück zu suchen, aber freiwillig könne man das nicht nennen. Er berichtet auch von dem ständigen Stress, die die täglichen Abschiebungen in den frühen Morgenstunden und die Angst davor verursachen.
Eine Familie mit sechs Kindern berichtet, dass ihnen in der ZAB eindringlich geraten wurde nicht zu klagen, sondern sich auf ihre Ausreise vorzubereiten. Sie zeigen uns die kürzlich ausgehändigten Grenzübertrittsbescheinigungen mit dem Ausreisedatum und fragen was sie noch tun können. Sie reden davon, dass sie ja sogar ausreisen würden, aber erst, wenn sie den Rest ihrer Familie wiederfänden, der irgendwo in einer Einrichtung in München sein soll und zu denen sie seit 3 Wochen keinen Kontakt mehr haben. Zudem beschweren sie sich, dass ihnen niemand warm genuge Kleidung gegeben hat und fragen sich, was mit der Schwangeren unter ihnen passieren soll, wenn sie zurückkehren müssen.

Das fragen wir uns auch immer wieder... Die Suche nach Antworten und Verbündeten im Kampf gegen die menschenverachtende Politik geht weiter!

Infomobiltour vom 07.05.2017

"Gib mir die Namen und Adressen, dann holen wir die auch noch hierher"

Die Themen die dieses Mal angesprochen wurden, hatten vor allem mit den Folgen der Umverteilung nach Manching/Ingolstadt zu tun. Viele hatten vorher über längere Zeit in Gemeinschaftsunterkünften in anderen Städten gelebt oder berichteten von Freunden, die noch unter komplett anderen Bedingungen außerhalb der Abschiebelager untergebracht sind. Mit der Einweisung in die Abschiebelager änderte sich ihr Leben komplett:
Eine Frau berichtete zum Beispiel, dass sie vor ihrer Einweisung nach Manching/Ingolstadt kurz davor war ihre Berufsschule zu beenden. Zwei Monate hätten noch gefehlt. Aber dies hinderte die Behörden nicht, sie trotzdem ins Abschiebelager nach Manching/Ingolstadt einzuweisen. Auch anderen die vorher in anderen Städten gearbeitet haben, wurde mit der Umverteilung in die ARE die Arbeitserlaubnis entzogen. Erwerbstätigkeit nicht gestattet steht jetzt in ihren Ausweisen und obwohl es Arbeitgeber*innen in Ingolstadt gibt, die sie gerne einstellen würden, ist die Chance eine Arbeitserlaubnis zu bekommen plötzlich gleich Null. Unverständnis herrschte auch, warum z.B. nach eineinhalb Jahren in Deutschland, der Aufenthalt plötzlich auf Ingolstadt beschränkt ist.
Aber nicht nur der plötzlich verwehrte Zugang zum Arbeitsmarkt/Ausbildung und die verschärfte Residenzpflicht, macht den Menschen in Ingolstadt das Leben zur Hölle. So erzählte eine junge Frau, dass sie vor der Einweisung nach Ingolstadt gesund war. Nach einem Monat in den Abschiebelagern hat sie bereits einen Selbstmordversuch und einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich. Abschiebelager zerstören Leben, und das bereits nach kurzer Zeit. Viele sind jedoch über Monate bis zu über einem Jahr dort untergebracht. Viele berichten, dass sie die Lager physisch und psychisch kaputt machen. Ein Mann erzählte, er habe in kurzer Zeit 10 Kilo abgenommen. Viele bekommen von dem Kantinen-Essen Bauchschmerzen und müssen sich übergeben. Ein großes Problem stellt auch der Zugang zu medizinischer Versorgung dar, diese wird oft vom Sozialamt nicht genehmigt. Alles zielt darauf ab, den Betroffenen zu zeigen, dass sie hier keine Chance haben und wenn sie nicht freiwillig gehen kommt die Abschiebung.
Die Lager sind Abschiebelager, eigentlich dürften Menschen aus der Ukraine, die schon länger als 6 Monaten in Deutschland sind gar nicht mehr dort untergebracht werden. Das Argument haben auch schon viele vorgebracht aber dann wird in ihrem Ausweis einfach der Wohnort von „ARE I“ zu „GU ARE I“ geändert und damit hat es sich.
Ein Mann erzählt, dass er bei der Zentralen Ausländerbehörde nachgefragt hatte, wie es denn sein kann, dass die Bedingungen wo anders viel besser waren und das ja auch noch Freunde von ihm aus der Ukraine unter anderen Umständen in bayerischen Städten leben. Die Antwort des ZAB-Mitarbeiters: "Gib mir die Namen und Adressen dann holen wir die schon auch noch hierher!"

Infomobiltour vom 06.01.2017

6. Januar Besuch im Abschiebelager/Infomobil

Fragen ohne gute Antworten…

„Wie soll ich die vielen Busfahrten für die Arztbesuche bezahlen?“
„Wie kann ich für mein frisch geborenes Baby im Abschiebelager sorgen, steht mir zusätzliche Unterstützung zu?“
„ Wird meine Aufenthaltsgestattung verlängert?“

Die Gespräche waren dieses Mal kurz. Manchmal durch die Metallzäune der Abschiebelager hindurch. Es war eiskalt und trotzdem haben wir auch jemand neues kennengelernt. Einen älteren Mann aus der Ukraine, der nicht eingezogen werden will. "Er will für keinen Krieg mehr kämpfen..." steht in seinen Anhörungspapieren. Wir treffen auch auf Menschen die uns schon kennen. Als wir noch einmal erklären wollen was das Infobus-Team macht sagt ein Mann mit Familie, er wisse bescheid, aber wir konnten ihm bis jetzt auch nicht helfen. Niemand kann ihnen helfen. Sie sind eine Roma Familie und sollen zurück nach Mazedonien abgeschoben werden. Er möchte, dass die Regierung ihm seine Papiere gibt damit sie Deutschland und dieses Abschiebelager veralssen können um woanders ihr Leben aufzubauen- Italien, Spanien oder irgendwo. Aber nach Mazedonien können sie nicht zurück.

Infomobiltour vom 10.12.2016

10. Dezember, Tag der Menschenrechte

Abschiebelager Ingolstadt – Menschen ohne Rechte - Schicksale die unter die Haut gehen

Direkt neben der Container-Unterkunft haben wir unseren Bus geparkt und den Pavillon aufgebaut. Ein paar Kinder springen herum und naschen Plätzchen und Lebkuchen, von unserem Infotisch. Die Banner wehen im kalten Wind. Es sind viele neue Menschen gekommen, die schon lange in den Abschiebelagern wohnen und wir bis jetzt noch nicht kannten. Nachdem wir uns ein bisschen kennengelernt hatten, erfahren wir traurige Schicksale, die uns unter die Haut gehen und uns die Brutalität des menschenunwürdigen Systems der Abschiebelager nochmals klar vor Augen bringen.
Eine Frau berichtet uns, wie sie vor ihrem Mann geflohen ist. Da dieser ihr ihre Kinder wegnehmen wollten und sie bis heute bedroht. Die Familien in die sie einst eingeheiratet hatte, jagte die zweifache Mutter aus dem Haus. Jetzt sitzt sie hier im Abschiebelager, ohne jegliche Unterstützung und weiß nicht, wie es im Falle einer Abschiebung weitergehen soll. Dies ist kein Einzelfall, Frauen die wegen neuen Partnerinnen von Familien verstoßen werden, von Zwangsprostitution betroffen sind, oder unter den Drohungen von ihren Männern und Ex-Männern leiden. Das sind die Schicksale von Frauen die vom deutschen Asylsystem zurück in ihre Länder und in die Arme von Unterdrückung, Obdachlosigkeit und Gewalt getrieben werden.
Ein Ehepaar aus Mazedonien erzählt uns davon, dass sie in ihrem Heimatland, als Roma keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Und deswegen hier her gekommen sind. Der Mann muss regelmäßig zur Dialyse und bräuchte laut Ärzten dringend eine Unterkunft, weit entfernt von den Zuständen in den Abschiebelagern. Dass seine Chancen aufgrund dringender gesundheitlicher Probleme aus dem Abschiebelager rauszukommen gleich Null sind, zeigt uns wieder einmal auf erschreckende Art und Weise die Situation einer mehr-köpfigen Familie, die schon seit circa einem Jahr in den Abschiebelagern in Ingolstadt untergebracht sind. Die Eltern sind mit ihren bereits erwachsenen Kindern in der Hoffnung auf bessere ärztliche Versorgung nach Deutschland gekommen. Bis auf die Mutter sind alle Familienmitglieder pflegebedürftig, da sie schwer krank und teils körperlich und geistig stark beeinträchtigt sind. Eine Tochter liegt seit acht Monaten im Krankenhaus. Die Mutter erzählt uns unter anderem von furchtbaren Dingen, die einer ihrer Töchtern hier im Abschiebelager wiederfahren sind. Die Mutter der Familie wirkt auf den ersten Blick sehr ruhige und gelassen, aber aus ihren Augen sprechen Traurigkeit, Überforderung und Unverständnis für die Situation in den Abschieblagern. Während sie uns ihre Situation schildert und auch wir einfach nicht verstehen können, warum diese Familie seit so langer Zeit unter menschenunwürdigsten Bedingungen im Abschiebelager untergebracht ist, bricht die Tochter, die sie begleitet hat, plötzlich zusammen.
Während wir im ersten Moment erschrocken und mit der Situation überfordert sind, reagieren alle anderen sehr routinemäßig. Das passiert circa zwei Mal am Tag, erzählt uns ein Mann, die Frau habe einen epileptischen Anfall. Ein kleiner Junge rennt los und holt einen Security-Mitarbeiter, der dann etwas gelangweilt und genervt wirkend, die Frau hochhebt und die junge Frau zurück ins Lager trägt. Dabei schlägt ihr Kopf an unseren Pavillon. Wir sitzen da. Verfolgen gezwungen ruhig die Situation, die wir an sich noch gar nicht richtig fassen. Erst beim nach Hause fahren lassen sich die Gefühle richtig fassen. Wir sind wie so oft bei unseren Besuchen in den „Ankunfts und -Rückführungsunterkünften“ in Ingolstadt/Manching geschockt, wütend, verzweifelt, hilflos... Die Rechte von Menschen werden zur Nebensache neben dem Ziel der Deportation.
Soviel von uns zum 10.12.2016 Tag der Menschenrechte aus den Abschiebelagern in Ingolstadt – ein Ort wo die Rechte von Menschen hinter dem politischen Ziel der Deportation anstehen.

Infomobiltour vom 03.12.2016

Zimmerdurchsuchungen – eiskalte Abschiebelager

In der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte uns ein verzweifelter Anruf aus einem der Abschiebelager in Ingolstadt. Aufgrund eines Vorwands verschafften sich 8 Securitys und zwei Mitarbeiter der Betreiberfirma Zutritt zum Zimmer einer Familie. Das Zimmer wurde ohne Rücksicht rabiat durchsucht, so dass die psychisch kranke Mutter bzw. Großmutter einen Nervenzusammenbruch erlitt. Herr M. bat um einen Notarzt für seine zitternde und weinende Mutter, aber dieser wurde ihm verwehrt. Um diese Zeit gäbe es für sie keine ärztliche Betreuung mehr. Als wir ihn am Samstag trafen, erzählte er uns, dass es bis vier Uhr nachts gedauert hatte, bis er seine Mutter beruhigen konnte und sie endlich aufhörte zu zittern. Die panische Angst vor einer Abschiebung und die übergriffige Zimmerdurchsuchung so spät abends waren zu viel für die psychisch labile Frau, die schon bereits seit einem Jahr im Abschiebelager Ingolstadt leben muss. Der einfache Vater erzählte auch, dass dies, neben den ganz „gewöhnlichen“ Zimmerdurchsuchungen tagsüber, nicht zum ersten Mal so kurz vor Mitternacht vorgekommen ist. Warum das Sicherheitspersonal sich so verhält, konnte er nicht verstehen, da die Familie schon seit mehreren Monaten in dem Lager wohnt und noch nie Probleme mit jemandem hatte. Der Mann kommt zu dem Schluss, dass sie sie einfach nur psychisch fertig machen wollen, damit sie freiwillig ausreisen. Psychischer Terror ist es auch der Menschen immer wieder nachts bei uns anrufen lässt, weil staatliche Behörden ihre Mithilfe verweigern.
Der Vorfall ist leider nichts Neues für uns. Bei unseren wöchentlichen Besuchen mit unserem Infobus berichten uns Menschen aus den Abschiebelagern von den regelmäßigen Zimmerdurchsuchungen bei denen am Ende keine Privats- oder Intimsphäre mehr übrig bleibt. Wobei diese in den Abschiebelagern sowieso kaum bis gar nicht vorhanden ist. Menschen werden beim Verlassen und Betreten der Einrichtung registriert und durchsucht. Wer in der Kantine essen will muss seinen Namen am Eingang aufschreiben lassen. Private Zimmer können nicht abgesperrt werden. Die gesuchten Gegenstände bei Zimmerdurchsuchungen sind nicht etwa nur Alkohol oder „gefährliche“ Gegenstände sondern einfache Lebensmittel wie Brot oder Elektrogeräte zum Beispiel ein Föhn. Diese Alltagsgegenstände sind im Abschiebelager nämlich streng verboten.
Erst im August wendete sich eine verzweifelte Frau an den Flüchtlingsrat mit der Bitte ihren Beschwerdebrief an die Regierung von Oberbayern zu veröffentlichen, indem sie berichtet, wie auf menschenunwürdige Weise ihre Privat- und Intimsphäre bei einer Zimmerdurchsuchung verletzt wurde.
Den kompletten Brief findet ihr hier>>>>

Infomobiltour vom 26.11.2016

1. „Freiwillige Ausreise“ – it´s enough!

Heute haben wir D. getroffen. Wir kennen ihn jetzt schon länger er hat uns erzählt das er jetzt „freiwillig“ Deutschland verlassen wird.

„I´m some guy from Ukraine. I am 26 years old. I am programmer. I was trying to get asylum in germany for almost 2 years. After one year i got neagtiv. But i stayed here trying. I did this because of law i was right. When bavaria changed the laws it was enough. I decided to leave. Now I am going to Saint Petersburg. I am upset that germany is treating so with refugees rights.“

Ein anderer Bewohner, M. aus dem Westpark, den wir auch schon länger kennen klinkte sich ins Gespräch ein und erzählte das es einige gibt die unter Druck „freiwillig“ ausreisen, damit sie nicht auch noch eine Einreisesperre bekommen. Er erzählte von einer Familie die letzten Mittwoch abgeschoben wurde, obwohl sie anscheinend sogar unterschrieben haben freiwillig auszureisen.

Diese Familie sollte, so M. vor 1 Monat abgeschoben werden. Das war jedoch ein Fehler da die Frau gerade im Krankenhaus ihr Kind entbunden hatte. Sie haben in Deutschland keine Möglichkeiten mehr gesehen und unter Druck die „freiwillige Ausreise“ unterschrieben. Am Mittwoch wurden sie  jedoch in der Früh um 6:00 Uhr von der Polizei abgeholt und abgeschoben.


2. Einschüchterungen seitens der Security „Rede kein Wort mit ihr!“

„Rede kein Wort mit ihr! Geht von ihr weg!“ wurden einige Bewohner aus dem Marie Curie Lager angeschrien als wir vom Auto auf sie zu gegangen sind. Später wurde uns erzählt, dass die Personen angeschnauzt wurden: wenn sie mit ihren Dokumenten jetzt zu uns raus gehen würden kämen sie nicht mehr rein ins Lager. Danach kam noch eine Angestellte von der Betreiberfirma PulsM zu uns um herauszufinden was wir wollen und wer wir sind.

Die Menschen erzählten: „Die Security hat keinen Respekt“. Wenn sie zum Beispiel Raumdurchsuchungen machen, was demütigend genug ist, klopfen sie nicht einmal an. Abschließen können sie ihre Räume eh nicht.

Ein Mann erzählte, dass das letzte Mal bei der Einlasskontrolle alle seine eingekauften Lebensmittel einfach in die Mülltonnen gekippt wurden. Brot, Shampoo, Rasierer alles weggeschmissen.

Das ist nur ein Ausschnitt von all dem mit was die Menschen Tag täglich in den Abschiebelagern konfrontiert sind.

Sie fordern:

Respekt!

Gesundheitliche Versorgung!

Schule für ihre Kinder!

Bleiberecht!

Infomobiltour vom 19.11.2016

Nachdem wir, pünktlich um 12, beim ersten Lager angekommen waren, und unser Pavillon zum Schutz vor dem Regen aufgebaut hatten, erschienen auch sofort zwei Sicherheitsleute der ARE. Obwohl wir ja beim Personal, aufgrund unserer häufigen Besuche, inzwischen relativ bekannt sein sollten, wurden wir (nicht gerade höflich) mal wieder gelöchert, wer wir sind, und was uns einfiele dort stehen zu dürfen.
Mit der Zeit kamen eine Reihe von Menschen zu uns, die Probleme mit ihrer Unterbringung und den dortigen Zuständen hatten.
Diese zeigten teilweise auf, dass es in diesen Einrichtungen (egal ob gewollt oder ungewollt) kaum einen Informationsfluss gibt, dass die AREn eben nicht so funktionieren, wie sie gedacht sind, und wie wenig die Verantwortlichen das Schicksal dieser Menschen interessiert.
Viele Personen hatten keinen Kontakt zur Caritas, was dann dazu führt, dass ältere Leute keinerlei Pflege oder Unterstützung bekommen, Kinder die versprochenen Bildungsangebote nicht wahrnehmen können, verletzte und kranke Personen auf sich allein gestellt sind, und die medizinische Versorgung einfach nur noch als Katastrophe bezeichnet werden kann. Zudem wurde wieder ersichtlich, dass es stets Menschen gibt, die länger als die versprochenen sechs Monate in diesen Einrichtung vor sich hin vegetieren müssen (Ukrainer_innen müssen nämlich nur höchsten sechs Monate in der ARE bleiben, da sie nicht aus einem Sicheren Herkunftsland kommen).