Essenspakete

Gegessen wird, was vom Amt kommt

Flüchtlinge in Bayern müssen mit dem Inhalt von Essenspaketen leben. Obwohl das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) auch die Möglichkeit der Bargeld- oder Gutscheinvergabe vorsieht, werden sie zwei mal pro Woche im Auftrag der Bezirksregierungen mit Lebensmitteln von der Firma Dreikönig aus dem baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd beliefert. Darunter sind auch Lebensmittel von minderer Qualität, zum Teil mit wie abgelaufenem Haltbarkeitsdatum.

Diese Versorgung mit Sachleistungen ist nicht nur entwürdigend, sondern auch teuer. Neben den Kosten der Lebensmittel fallen auch noch die Logistik- und Transportkosten an. Zudem schadet die Belieferung mit Essenspaketen dem lokalen Einzelhandel. Allein den Lebensmittelgeschäften in Neuburg entgehen jährlich ca. 900.000 €.

Asylbewerberleistungsgesetz

Die relevanten Auszüge aus dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) zum Lagerzwang
Flüchtlinge im Asylverfahren, mit humanitärem Aufenthalt oder mit Duldung erhalten nach dem AsylbLG nicht die vollen Sozialleistungen, sondern eine um ca. 30% reduzierte Sozialhilfe, die bevorzugt in Form von Sachleistungen gewährt werden soll. Dazu gehört nach § 3 auch der "notwendige Bedarf an [...] Ernährung"

Bestellschein

Zweimal wöchentlich können Flüchtlinge in diesem Bestellschein wählen, was ihr Essenspaket enthalten soll
Zweimal wöchentlich eine Stunde Zeit, um die Bestellscheine auszufüllen. Aus einer sehr beschränkten Auswahl kann festgelegt werden, was das übernächste Essenspaket enthalten soll. Als Beispiel ein Bestellschein aus Neuburg an der Donau