LagerInventour 2014

In der bayerischen Asyllandschaft hat sich vieles verändert. In den letzten beiden Jahren sind die Asylzahlen relativ stark angestiegen. In ganz Bayern wurden neue Flüchtlingslager und eine Vielzahl dezentraler Unterkünfte eröffnet. Während die Unterbringung mancherorts gut verläuft, schafft die neue Situation an vielen Orten zahllose Probleme für Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Kommunen und vor allem die Betroffenen. Der dringend notwendige asylpolitische Kurswechsel blieb bislang dennoch aus.

 

Weiterhin besteht eine rigide Lagerpflicht für Flüchtlinge in Bayern, die eine Unterbringung in Flüchtlingslagern vorsieht. Doch das unflexible, starre Unterbringungssystem kann mit Schwankungen nicht umgehen und ist komplett aus den Fugen geraten. Die Erstaufnahmeeinrichtungen platzen aus allen Nähten, weil die Anschlussunterbringung nicht funktioniert. Den Kommunen werden über Nacht Flüchtlinge vor die Tür gestellt. Ehren- und Hauptamtliche sind vielfach überlastet und Flüchtlinge häufig unbetreut und verzweifelt.

 

Mit der LagerInventour 2014 führte der Bayerische Flüchtlingsrat im Oktober 2014 eine Bestandsaufnahme im Lagerland Bayern durch. Eine Woche lang fuhren wir durch alle sieben Regierungsbezirke und machten uns ein Bild aus erster Hand. Dazu besuchten wir Unterkünfte, knüpften Kontakte zu den BewohnerInnen und Aktiven vor Ort und dokumentierten die Situation öffentlich. An jedem Abend führten wir zudem eine Informationsveranstaltung für Interessierte und Aktive durch.

 

Die folgenden Seiten bieten einen Einblick in die wichtigsten Aspekte der Lebenssituation von Flüchtlingen in Bayern. Wir möchten Sie informieren und hoffen, dass Sie gemeinsam mit uns eintreten für eine nachhaltige und menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in Bayern.

 

 

Alle Berichte zur LagerInventour 2014 und weitere Informationen finden Sie unter http://lagerinventour.de/