Kinderrechtsverletzung in Abschiebelager Bamberg

In den Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen sollen Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive in die Ausreise gedrängt – oder abgeschoben werden. Isolation von Einheimischen und Unterstützung, Schäbigkeiten und Schikanen im Alltag gehören zum Konzept. Dies trifft nicht nur die Erwachsenen, sondern mindestens ebenso die in diesen Abschiebelagern untergebrachten Kinder. Damit wird die UN-Kinderrechtskonvention gebrochen, die vorschreibt, dass das Kindswohl bei Behördenentscheidungen an erster Stelle zu stehen hat. Beides wird von der Bayerischen Staatsregierung billigend in Kauf genommen.
Die Hildegard-Lagrenne-Stiftung für Roma in Deutschland hat nun die Studie „Gewährleistung der Kinderrechte in den Aufnahme- und Rückführungseinrichtungen für Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive“ präsentiert. Die Ergebnisse: Privatsphäre gibt es nicht, eine kindgerechte Ernährung auch nicht. Die Kinder dürfen nicht zur Schule, sondern bekommen einen Ersatzunterricht von wenigen Stunden pro Woche. Der Druck der Ausländerbehörden zur Ausreise ist hoch, permanent werden morgens Nachbarn von der Polizei zur Abschiebung abgeführt.

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert: Abschiebelager Bamberg und Manching sofort schließen!

Medienberichte:  

Im Balkanzentrum werden Kinderrechte missachtet (Süddeutsche Zeitung, 27.06.2016)

Studie: Kinderrechte im Abschiebezentrum Bamberg vielfach verletzt (Bayerische Staatszeitung, 27.06.2016)

Unter den Rädern der Abschiebemaschine (Bayerischer Flüchtlingsrat, 23.06.2016)