Flüchtlingslager Nürnberg Industriestraße

Stadt der Menschenrechte? Und wo bleibt die Würde?

Lagerkarte
KollegInnen vom Rebell Nürnberg berichten:
Stadt der Menschenrechte?

Wir, die Rebellgruppe aus Nürnberg, wollten genau wissen, wie die Lebenssituation der Asylbewerber in Nürnberg ist und besuchten ein Asylbewerberheim in der Industriestraße 18. Hier wurden wir von unserem ausländischen Gast empfangen. Nürnberg bezeichnet sich immer als "Stadt der Menschenrechte", aber was wir dort sahen war erschreckend! In diesem Heim leben ca. 50-100 Leute, Frauen, Männer und Kinder, unter unmenschlichen Bedingungen. Überall entdeckten wir Kakerlaken, die in der Nacht sogar über die Bettdecke kriechen. Der Hausmeister, die Stadt und die Bezirksregeierung, die das Heim betreibt, kennen die Zustände, machen aber nichts dagegen. Alle Zimmer sind völlig heruntergekommen, und verschmutzt. Die "Kellerküche" stinkt abscheulich, so dass man es dort kaum aushält. Ebenso die obere "Küche", in der sich nur vier Kochstellen befinden. Neben dem Asylbewerberheim befindet sich ein Lagerplatz für Dixi-Klos, die immer am frühen Morgen ausgelehrt werden. Unser Gast schilderte, dass der Gestank täglich durch die Zimmer der Asylbewerber zieht. Es gibt nur sehr wenige Toilettenräume. Die Türen sind meist kaputt, alles dreckig, und nicht abschließbar. In einem WC sind auch die Waschbecken beschädigt. Für 100 Leute stehen nur drei Duschen zur Verfügung! Es gibt keine Trennung von Frau und Mann, keine Duschvorhänge. Der Duschraum ist ebenfalls ziemlich schmutzig, die Decke hat überall einen dunkelgrünen Schimmel und Mossbewuchs, aus der Wand krabbeln kleine Tiere.
Eine Privatsphäre der hier Untergebrachten existiert fast nicht. Viele Zimmer haben keinen Schlüssel und die Eingangtür ist meist offen. Das nutzten sogar schon Nazis aus, die mit faschistischen Sprüchen die Wand besudelten. Ein Spruch, den wir gleich beim Eingansflur entdeckt haben, war: "NIGGER AFFE"! Die Menschen hier haben große Angst, überfallen zu werden.