Süddeutsche Zeitung, 08.05.2017

Arzt klagt Ausländerbehörde an

Ein zweijähriges Mädchen soll beim Versuch eine fünfköpfige Familie nach Albanien abzuschieben schwer traumatisiert worden sein

Dass Bayerns Behörden bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber "keine Rücksicht auf das Wohl von Kleinkindern nehmen", muss aus Sicht des im Landkreis Rosenheim lebenden Kinder- und Jugendarztes Thomas Nowotny Konsequenzen haben. Nowotny hat gegen den Leiter der Zentralen Ausländerbehörde Oberbayern sowie gegen dessen Mitarbeiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Diese hätten im Fall der albanischen Flüchtlingsfamilie B. nicht nur "den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit grob missachtet", sondern auch die Gesundheit eines knapp zwei Jahre alten Mädchens "massiv geschädigt". Der Bayerische Flüchtlingsrat teilt Nowotnys Empörung. Was der Familie B. angetan worden sei, komme einem "Tabubruch" gleich. "Bislang befolgte das bayerische Innenministerium die Linie, Familien nicht durch Abschiebungen zu trennen", hieß es.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

 

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Zur Pressemitteilung der Ärzteinitiative für Flüchtlingsrechte und der Dienstaufsichtsbeschwerde>>>

 

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