Süddeutsche Zeitung, 29.11.2005

Chinese abgeschoben - Asylantrag jetzt gebilligt

Süddeutsche Zeitung: Nach seiner Abschiebung aus Bayern ist ein in seiner Heimat im Arbeitslager inhaftierter Chinese nachträglich als Asylbewerber anerkannt worden. Es bestehe die „konkrete Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung“, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in einem Bescheid festgestellt. Damit könne er wieder nach Deutschland einreisen, sagte eine Sprecherin des Bundesamts am Montag auf Anfrage. Der inzwischen 30 Jahre alte Jiang Renzheng war im März abgeschoben worden, weil ihm nach Ansicht der deutschen Behörden in China keine Gefahr drohte. Unmittelbar nach seiner Abschiebung war er in China wegen seiner Zugehörigkeit zur Falun-Gong-Gemeinschaft in ein Arbeitslager gebracht worden. Gemeinsam mit Jiang abgeschoben worden waren auch dessen Frau und die zwei gemeinsamen Kinder. Dennoch kann Jiang China nach Angaben seiner Unterstützer nicht verlassen. Zwar sei er mittlerweile aus dem Arbeitslager Benxi in der Provinz Liaoning entlassen, hieß es. Die chinesischen Behörden hätten ihn aber unter Hausarrest gestellt und die Ausreise der Familie verhindert.

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