Taz, 18.12.2017

150 Flüchtlinge im Hungerstreik

Asylbewerber verweigern seit dem Wochenende die Nahrungsaufnahme. Sie üben Kritik an den schlechten Zuständen in den „Abschiebelagern“.

Die Lage in den sogenannten Transitzentren für Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive kann sehr schnell eskalieren. Das zeigen die Ereignisse seit dem Wochenende in der Unterkunft im niederbayerischen Deggendorf: Dort befinden sich nach Angaben der Flüchtlinge rund 150 Menschen aus Sierra Leone seit Samstag im Hungerstreik und im „Streik der geschlossenen Türen“ – neben Nahrung verweigern sie auch ihre minimalst bezahlten Beschäftigungsmöglichkeiten in dem Camp, die Kinder gehen nicht in den angebotenen Schulunterricht.

„Alle Leute aus Sierra Leone sind gerade in diesem Streik“, sagte gestern ein Flüchtling auf Anfrage der taz. Er nennt sich Moussa und ist nach eigenen Angaben 30 Jahre alt. Organisationen wie der Bayerische Flüchtlingsrat kritisieren die Transitzentren, die es in dieser Form nur in Bayern gibt, als „Abschiebelager“. Dort untergebrachte Flüchtlinge sollen nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung freiwillig ausreisen oder abgeschoben werden. Dass jemand aus dem „Transitzentrum“ noch einen Aufenthaltsstatus erhält, ist nicht vorgesehen, Dementsprechend gibt es in den Zentren nur wenige Integrationsmaßnahmen wie etwa Deutschkurse.

 

Quelle: Taz

 

Den ganzen Bericht lesen >>>

Zurück