FAZ, 23.06.2010
Leben hinterm Zaun in einer ehemaligen Kaserne
In Aschaffenburg wird Kritik an den „katastrophalen Zuständen“ im Asylbewerberheim laut. Die Caritas ist für dessen Schließung.
Knapp 300 Menschen aus 30 Nationen leben in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber am Stadtrand von Aschaffenburg. Das Gelände ist eingezäunt und der Zugang nur über eine Pforte möglich. Besucher müssen sich ausweisen. Doch nicht wegen des Stacheldrahts, der an ein Gefängnis oder Lager erinnert, sondern wegen der „katastrophalen Zustände“ ist die Einrichtung in die Kritik geraten.
Der Caritasverband Aschaffenburg fordert ebenso wie der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Fahn (Freie Wähler) die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft. Der Aschaffenburger Landtagsabgeordnete Thomas Mütze (Grüne) kritisiert ebenfalls den „äußerst desolaten Zustand“ der Gebäude. Nach seinen Angaben sind die Zimmer zum Teil überbelegt, und für Eltern sowie deren Kinder gebe es nicht einmal ein „Minimum an Privatsphäre“. In einem Antrag an den Landtag verlangt Mütze deshalb Auskunft über die Situation in der Gemeinschaftsunterkunft. Die Stadt sowie die Regierung von Unterfranken forderte er auf, die Lebensverhältnisse in der Gemeinschaftsunterkunft „unverzüglich“ zu verbessern.
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