Passauer Neue Presse, 03.03.2010
Sanierung am wahrscheinlichsten
Regierung hält Augen nach einem anderen Standort fürs Asylantenheim offen - Bisherige Verhandlungen geplatzt
Wie es mit dem Asylbewerberheim in der Ringstraße weiter gehen soll, dahinter steht noch ein Fragezeichen. „Nach dem jetzigen Stand ist eine Sanierung die wahrscheinlichste Lösung. Es könnten aber auch andere Gebäude in Pfarrkirchen in Frage kommen“, sagt Michael Bragulla, Pressesprecher der Regierung von Niederbayern, unter deren Regie die Gemeinschaftsunterkunft in den Obergeschossen des früheren Brauereigasthofs Gässl steht.
Fest steht, dass die Regierung auf die Kritik an dem schlechten Zustand des Gebäudes reagiert hat und das Asylantenheim vorübergehend geschlossen hat. Denn nicht nur der Bayerische Flüchtlingsrat hatte bei einem Besuch die triste Lebenssituation der Flüchtlinge beklagt, Beschwerden hagelte es darüber hinaus auch immer wieder von Seiten der Bewohner. „Das Gebäude ist wahrlich nicht mehr in bestem Zustand, dort müsste einiges verbessert werden“, sagt der Pressesprecher. Das fange bei den Sanitäranlagen an und reiche über den Küchenbereich bis zu den Unterkünften. „Wie umfangreich die Sanierungsarbeiten sein müssen, wird sich zeigen. Aber die Mängelliste ist schon jetzt erheblich“, erklärt Bragulla.
Noch aber gibt es nach seinen Worten keine konkreten Pläne, weil die Regierung bis vor kurzem nicht wusste, ob sie weiterhin am bisherigen Standort des Asylantenheims festhält: „Wir hatten ein Gebäude des Landkreises in Aussicht (Anm. der Redaktion: das frühere Jugendamt in der Eggenfeldener Straße), aber die Verhandlungen haben sich zerschlagen“, sagt Bragulla. Da man solche Angebote stets vertraulich behandle, habe man mit der Vermieterin des jetzigen Asylantenheims, die von der Schließung nicht informiert und deshalb völlig überrascht wurde, keine speziellen Gespräche geführt: „Sie hat aber gewusst, dass Sanierungsbedarf besteht, doch konkret wurde mit ihr nicht darüber gesprochen.“
Das wird sich wohl ändern, nachdem eine Alternative momentan nicht in Aussicht ist: „Die Sanierung ist jetzt die erste Variante. Wir stehen mit den Planungen aber noch ganz am Anfang. Gemeinsam mit der Vermieterin müssen wir zunächst abklären, was alles verbessert werden muss “, so der Pressesprecher.
Die vorläufige Schließung des Asylantenheims erfolgte auch, weil die Räumlichkeiten während des bevorstehenden Umbaus nicht nutzbar sind. So wurden und werden die 45 Bewohner gerade auf neun andere Standorte in Niederbayern verlegt - von Landshut über Hauzenberg bis Grafenau.
Dieser Schritt löst bei einigen Betroffenen zwiespältige Gefühle aus. Denn diejenigen, die schon länger in Pfarrkirchen leben und sich hier mittlerweile gut eingelebt haben, befürchten, dass sie nicht mehr zurückkehren dürfen. Allerdings besteht dazu kein Anlass, wie Michael Bragulla bestätigt: „Grundsätzlich haben zwar Asylbewerber nicht das Recht, sich den Wohnort auszusuchen, aber wir versuchen, die Wünsche der Menschen zu erfüllen, wenn es die Heimkapazitäten zulassen.“
Wann eine Rückkehr nach Pfarrkirchen möglich sein wird, das steht allerdings noch in den Sternen: „Die Situation ist offen, man kann den Termin noch nicht genau datieren.“ Daran, dass es in Pfarrkirchen aber weiter eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geben wird, lässt Bragulla keine Zweifel: „Dieser Standort ist uns ganz wichtig.“
Von Gerhard Huber
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