Sueddeutsche Zeitung, 07.05.2019

100 Jahre Abschiebehaft

Wie Bayern schon früh versuchte, unliebsame Ausländer über die Grenze zu schaffen

Felleke Bahiru Kum, nach seinem Studium in Regensburg mittlerweile Ingenieur für Biomedizin, ist ein scheuer Mensch. Doch geht es um Asylpolitik, verschafft er sich Gehör. So geschehen am Montag in München, um mit seinen Mitstreitern auf die Aktionswochen "100 Jahre Abschiebehaft" aufmerksam zu machen. Vor Jahren, so berichtete er, sollte er dreimal nach Äthiopien abgeschoben werden. Zwar konnte er jedes Mal die aus seiner Sicht lebensbedrohliche Abschiebung verhindern - nicht zuletzt dank der Piloten, die sich weigerten, bei einem solchen Abschiebeflug mitzumachen. Doch Felleke Bahiru Kum erlebte am eigenen Leib, was es heißt, in Abschiebehaft zu kommen, seinerzeit noch in einer herkömmlichen Justizvollzugsanstalt. Das war bereits 2006, aber: "Ich berate so viele Menschen und sehe, dass die Probleme seit Jahren dieselben bleiben", sagt er.

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