ANKER lichten II! Monitoring und Vernetzung von Unterstützungsstrukturen in bayerischen ANKER-Zentren

Im August 2018 wurde mit der Einrichtung der sogenannten ANKER-Zentren die Struktur der Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende in Bayern grundlegend geändert. Seitdem werden alle neu ankommenden Geflüchteten einer dieser Einrichtungen zugewiesen. Dies bedeutet eine schärfere Isolation von Unterstützungs- und Beratungsangeboten seitens der Zivilgesellschaft, verschärfte Lebensbedingungen, beschleunigte Anhörungs- und Entscheidungsprozeduren und teilweise eine auf 24 Monate verlängerte Aufenthaltsverpflichtung im ANKER-Zentrum.

Das Projekt richtet sich mit einer Reihe von Maßnahmen gegen die Ausgrenzung, die erschwerte Erreichbarkeit von Informationen, Beratung und anwaltlicher Unterstützung sowie gegen die Lebensbedingungen, die von Sachleistungen, Willkür und Repressionen durch Security, wenig Schutz und Sicherheit, unzureichende Beratung, scharfe Eingangs- und Zimmerkontrollen, sowie von häufig massiven Polizeieinsätzen geprägt sind. Wir mobilisieren und stärken lokale Unterstützung, tragen Angebote an die Bewohner*innen der ANKER-Zentren heran und bauen das Netzwerk aus Strukturen vor Ort weiter aus. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf besonders vulnerable Personen. Über Vorträge, Info-Materialien, unsere Ausstellung und Medienarbeit machen wir der breiten Öffentlichkeit deutlich, dass diese Zentren nicht tragbar sind.

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, ANKER-Zentren und generell die Entwicklung zu großen Erstaufnahmeeinrichtungen mit langen Aufenthaltsdauern zu kritisieren, auf die Problematiken dieser Einrichtungen hinzuweisen, die Bewohner*innen zu stärken und auf die Abschaffung der ANKER-Zentren hinzuwirken.

Das Projekt ANKER lichten II! wird finanziert von der UNO Flüchtlingshilfe.