Warnung: Hinweise auf nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan für Mittwoch, 24.04.2019

Es gibt Hinweise, dass die nächste Abschiebung nach Afghanistan vermutlich am Mittwoch, 24.04.2019 stattfinden wird. Wir raten allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n Rechtsanwält*in aufzusuchen.
Mehr Informationen zu Abschiebungen nach Afghanistan >>>

هشدار !

ديپورتي بعدي به كشور أفغانستان به روز چهارشنبه تاريخ 24.04.2019 صورت ميگيرد. براي تمام افغانهاي كه مجوراً بايد كشور ألمان را ترك كنند، توسعه ميكنيم كه هر چه زودتر به دفتر مشاوره و يا وكيل مراجعه نمايند

Weitere Informationen und Handreichungen:

Abschiebungen nach Afghanistan - aktualisierte Warnhinweise und Informationen (deutsch) >>>

Abschiebungen nach Afghanistan - aktualisierte Warnhinweise und Informationen (dari/persisch) >>>

Information against the fear (Dari) >>>

Information against the fear (Paschtu) >>>

Materialien und Handreichungen zur Situation von afghanischen Geflüchteten >>>

Spenden

Hier gehts zu unserem Spendenaufruf für Rechtshilfe für akut von Abschiebung betroffene Afghanen!

100 Jahre Abschiebehaft in Deutschland

Aktionswochen 100 Jahre Abschiebehaft - nix Gutes kommt aus Bayern

Im Jahr 2019 wird die Abschiebehaft 100 Jahre alt – das ist kein Grund zum Feiern, sondern Anlass für bundesweite Aktionstage. Die bundesweite Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft – 100 Jahre unschuldig in Haft will daher mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen darauf hinweisen, dass durch das Instrument der Abschiebehaft seit 100 Jahren Menschen ohne Verurteilung inhaftiert und ihrer Freiheit beraubt werden. In Bayern werden in verschiedenen Städten Anfang Mai im Rahmen der Kampagne Veranstaltungen, Aktionen und Proteste stattfinden. Denn Bayern kommt beim Thema Abschiebehaft ein zentraler Stellenwert zu.


Am 25. Mai 1919 verabschiedete das bayerische Innenministerium die „Bekanntmachung über Zuzugs- und Reisebestimmungen“ und schuf damit die erste rechtliche Grundlage für die Abschiebehaft in Deutschland. Hintergrund war eine breite Diskussion über Migrationspolitik – vor allem im Hinblick auf Juden aus Osteuropa. In Folge wurde 1920 das erste Abschiebegefängnis in Ingolstadt eröffnet, von wo aus tausende Menschen deportiert wurden. Ohne jede Verurteilung wurden seitdem Menschen für Monate inhaftiert, entrechtet, stigmatisiert und von jeglicher Unterstützung abgeschnitten – um sie schließlich abzuschieben.

Fachtage des Bleib in Bayern Projekts

Potentiale, Perspektiven und Hürden. Wege für Geflüchtete in qualifizierte Beschäftigung

Die Zuwanderung von Geflüchteten stellt alle Akteur*innen vor größere Herausforderungen. Die Integration in den qualifizierten Arbeitsmarkt, so ist das einhellige Urteil, ist zentral für eine gelingende gesellschaftliche Integration. Seit 2015 haben alle Akteur*innen, die Kommunen, die Kammern, die Agenturen und Jobcenter, schließlich auch die Berufsschulen und anderen Akteur*innen auf dem Schul- und Bildungssektor und zahlreiche Ehrenamtliche, viel engagierte Arbeit in die Integration von Geflüchteten gesteckt. Dennoch bleiben Hürden und Schwierigkeiten, darunter der restriktiv geregelte Beschäftigungszugang für Geflüchtete im Verfahren und Geduldete.

Die Fachtage „Potentiale, Perspektiven und Hürden“ des Bleib in Bayern-Projekts des Bayerischen Flüchtlingsrats finden ab Juli 2018 in allen bayerischen Regierungsbezirken statt. Mit den sieben Veranstaltungen sowie einer Schlusskonferenz in München wollen wir den Blick auf Veränderungen seit 2015 richten, Verbesserungen und Perspektiven herausarbeiten – aber auch Schwierigkeiten und Probleme benennen und Lösungsvorschläge und Forderungen bestimmen.

Familie Nguyen zurüchholen!

Familie NguyenAm 26.3.20019 wurde der vietnamesische Menschenrechtsaktivist Ngyuen Quang Hong Nhan zusammen mit seiner Ehefrau aus Nürnberg abgeschoben. Das BAMF hatte seinen Asylantrag abgelehnt, obwohl er aufgrund regimekritischer Äußerungen bereits fast 20 Jahre im Gefängnis war. Nach der Abschiebung wurde das Ehepaar Nguyen 14 Stunden von der Polizei verhört. Sie sind jetzt zwar auf freiem Fuß, werden aber rund um die Uhr von Sicherheitsbehörden beobachtet. Die 19-jährige Tochter Hong An blieb alleine in Nürnberg zurück, da sie keinen gültigen Reisepass hat. Sie fürchtet nun ebenfalls ihre Abschiebung. Hong An studiert Klavier an der Nürnberger Hochschule für Musik (HfM) und wird in diesem Jahr mit dem Bachelor abschließen.
Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert, dass Nürnberg, die Stadt der Menschenrechte, einen Menschenrechtsaktivisten nach Vietnam abschiebt und ihn dem dortigen Regime ausliefert. Ngyuen Quang Hong Nhan und seine Frau müssen sofort zurückgeholt werden!

Medienberichte:  

Vietnamesischer Menschenrechtsaktivist abgeschoben (Bayerischer Flüchtlingsrat, 09.04.2019)

PEN-Zentrum: Protest gegen Abschiebung von vietnamesischem Schriftsteller (Deutschlandfunk, 04.04.2019)

Opposition kritisiert Abschiebung (taz, 04.04.2019)

Nach Abschiebung von Vietnamesen: Sorge um Tochter (Nürnberger Nachrichten, 04.04.2019)

Menschenrechtler nach Vietnam abgeschoben  (Süddeutsche Zeitung, 03.04.2019)

Vietnamesischer Regimekritiker aus Nürnberg abgeschoben (Bayerischer Rundfunk, 02.04.2019)

One-Way nach Hanoi (taz, 01.04.2019)

Attacken auf die Landesflüchtlingsräte – JETZT Mitglied beim Bayerischen Flüchtlingsrat werden!

Für ihr zivilgesellschaftliches Engagement werden die Landesflüchtlingsräte derzeit heftig attackiert. BAMF-Präsident Hans-Eckhard Sommer, zuvor im Bayerischen Innenministerium tätig, begrüßt einen Gesetzesentwurf, der unsere Arbeit unter Strafe zu stellen droht. Unionspolitiker erheben weitere Forderungen, darunter das Streichen staatlicher Förderung und den Entzug der Gemeinnützigkeit. So soll dem Flüchtlingsrat das Wasser abgegraben werden. Deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um Mitglied beim Bayerischen Flüchtlingsrat zu werden und unsere Arbeit zu unterstützen!
Hier kommen Sie zu unserem Mitgliedsantrag >>>
Wir lassen uns nicht einschüchtern und stehen fest zu unserer menschenrechtbasierten Arbeit. Wir engagieren uns als unabhängige Menschenrechtsorganisation weiterhin für eine von Offenheit und Humanität geprägte Flüchtlingspolitik und werben für ein Europa der Menschenrechte, des Flüchtlingsschutzes und der Solidarität. Wir setzen uns gegen die Ausgrenzung von Geflüchteten in großen Sammellagern ein und fordern ein Ende der Abschiebungen in alle Kriegs- und Krisengebiete der Welt.

Angriff auf Landesflüchtlingsräte

Dr. Sommer zur BRAVO!

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, kritisiert die Flüchtlingsräte unter anderem wegen der Bekanntgabe von Abschiebeterminen und begrüßt die geplante Strafbarkeit dieser Informationsweitergabe. Vor allem die Termine der Abschiebungen nach Afghanistan werden, soweit bekannt, regelmäßig vom Bayerischen Flüchtlingsrat weitergeben. Das ist Teil des Protestes gegen Abschiebungen in ein von den Vereinten Nationen als Kriegsgebiet deklariertes Land. Das ist aber auch Kritik an den Defiziten der Asylbehörden und der zunehmend repressiven Flüchtlingspolitik.
Die Strafbarkeit der Veröffentlichung von Abschiebeterminen ist bereits in einem Gesetzesverschärfungspaket aus dem Bundesinnenministerium enthalten, das derzeit innerhalb der großen Koalition abgestimmt wird. Jetzt übertreffen sich zudem Unionspolitiker*innen im Bundestag mit Forderungen, den Landesflüchtlingsräten die Finanzierung zu streichen oder die Gemeinnützigkeit zu entziehen.
Die Flüchtlingsräte sind Menschenrechtsorganisationen, die Flüchtlinge und ihre haupt- und ehrenamtlichen Unterstützer*innen beraten und sich für faire Asylverfahren und angemessene Lebensbedingungen stark machen. Politisch setzen sie sich gegen Abschiebungen von Flüchtlingen ein. Sie sind den Interessen der Flüchtlinge verpflichtet und nicht dem übersteigerten Abschiebeinteresse des Bundesinnenministers, des BAMF-Präsidenten oder sonstiger selbsternannter oder gewählter Politiker*innen.
Menschenrechtsorganisationen zu bekämpfen, Veröffentlichungen zu verbieten, Gelder zu streichen und mit allen Mitteln in ihrer Arbeit zu behindern, kennen wir aus Russland, Polen, Ungarn und anderen autoritären Regimen. Diese Methoden haben in einer rechtsstaatlichen Demokratie nichts verloren. Das sollte den sogenannten Rechtsstaatsparteien CDU und CSU bekannt sein!

Medienberichte:   

Kommentar: Kritik an den Flüchtlingsräten (Bayerischer Rundfunk, 29.03.2019)

"Wir stellen uns gegen die Orbanisierung!" (Landesflüchtlingsräte, 28.03.2019)

Menschenrechte müssen Vorrang haben! (Bayerischer Flüchtlingsrat, 28.03.2019)

"Boshaft": CDU-Innenpolitiker greifen Flüchtlingsräte an (ARD Hörfunk, 28.03.2019)

Union will Flüchtlingsräten Geld entziehen (n-tv, 28.03.2019)

CDU prüft Entzug der Staatsmittel für Flüchtlingsräte (Welt, 28.03.2019)

Sollte Dr. Sommer sich selbst anzeigen? (Bayerischer Flüchtlingsrat, 27.03.2019)

Beihilfe zur illegalen Einreise (sogenannte "Wochenzeitung" Bayernkurier, 27.03.2019)

„Es ist unanständig, die Axt an die Flüchtlingsräte zu legen“ (Welt, 25.03.2019)

Flüchtlingsrat reagiert auf Bamf-Kritik: "Von Versagen ablenken" (Nürnberger Nachrichten, 24.03.2019)

Fürchtet-euch-Rhetorik bringt uns nicht weiter (Süddeutsche Zeitung, 24.03.2019)

Bamf-Chef kritisiert "selbst ernannte Flüchtlingsräte" (Süddeutsche Zeitung, 24.03.2019)

Flüchtlingsrat weist Kritik von BAMF-Chef Sommer scharf zurück (Bayerischer Rundfunk, 24.03.2019)

Handlanger Seehofers, Jünger Orbans (Bayerischer Flüchtlingsrat, 24.03.2019)

„Einige verfolgen das Interesse, Abschiebungen generell zu bekämpfen“ (Welt, 24.03.2019)

Weiter kein Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete

Mit großem Elan kündigte das Bayerische Innenministerium an, den Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge in Bayern zu lockern. Flüchtlinge mit besonderen Integrationsleistungen, überdurchschnittlichen Schulleistungen oder besonderem bürgerschaftlichem Engagement sollen leichter in Arbeit und Ausbildung kommen, so Innenminister Joachim Herrmann. Die zugehörige Weisung ist jetzt öffentlich zugänglich. In Text und Tenor ist sie im Wesentlichen identisch mit der alten Weisung.
Auf 45 Seiten erklärt das Innenministerium, wie die Ausländerbehörden ihre Ermessensentscheidungen zum Arbeitsmarktzugang zu treffen haben. Zwar werden an wenigen Stellen tatsächlich Lockerungen eingefügt und die Ausländerbehörden darauf hingewiesen, etwa die erwähnten besonderen Integrationsleistungen zu berücksichtigen. Auch die Anmaßung der Behörden, bestimmen zu wollen, welches Sprachniveau für eine Arbeit oder Ausbildung notwendig ist, wird vom Ministerium nicht mehr gewünscht. Das dürfen nun die Betriebe entscheiden, die eine Person einstellen wollen. Generell bleibt es aber dabei, dass Beschäftigung grundsätzlich verboten ist. Die neue innenministerielle Weisung betont vor allem die Gründe, mit denen die Ausländerbehörden Anträge auf Arbeits- oder Ausbildungserlaubnisse ablehnen können. Damit sind die betroffenen Flüchtlinge weiterhin vom Willen und der Motivation der Ausländeramtsmitarbeiter*innen abhängig – im Guten wie im Schlechten.

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert massiv die Diskrepanz zwischen angekündigter Lockerung des Arbeitsmarktzugangs und dem fehlenden Niederschlag in der Weisungslage: „Wer nach der vollmundigen Ansage des Innenministeriums gehofft hat, auch in Bayern würden Pragmatismus und ökonomischer Sachverstand einkehren, wird schwer enttäuscht. Die Vorgaben des bayerischen Innenministeriums an die Ausländerbehörden bleiben genauso engstirnig wie zuvor. Nirgendwo ist ein Hinweis darauf zu finden, den Zugang zum Arbeitsmarkt nun großzügiger und unbürokratischer zu handhaben. Der Fokus auf Abschreckung und Arbeitsverbote bleibt unverändert erhalten."

Vollzugshinweise zur Beschäftigung und Berufsausbildung von Asylbewerbern und Geduldeten (Bayerisches Innenministerium, 04.03.2019)

Medienberichte:  

Arbeitsmarktzugang: Im Süden nichts Neues (Bayerischer Flüchtlingsrat, 11.03.2019)

Die CSU macht in der Flüchtlingspolitik eine Kehrtwende (Augsburger Allgemeine, 06.03.2019)

Lockerung beim Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge? (Bayerischer Flüchtlingsrat, 05.03.2019)

In Bayern dürfen besonders gut integrierte Asylbewerber künftig öfter arbeiten (Bayerisches Innenministerium, 05.03.2019)

Arbeitsmarkt: Bayern erleichtert Zugang für Flüchtlinge (Süddeutsche Zeitung, 04.03.2019)

Seehofers Angriff auf die Anti-Abschiebe-Industrie

Anfang Februar wurde der Referent*innenentwurf vom Bundesinnenministerium zum „Zweiten Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht (Geordnete-Rückkehr-Gesetz)“ bekannt, über den wir in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Pro Asyl am 01.02.2019 berichtet hatten. Das vorgelegte Papier enthält drakonische Verschärfungen für Geflüchtete, die nach Ansicht des Bundesinnenministers Seehofers „vollziehbar ausreisepflichtig“ sind.
Der Gesetzesentwurf sieht zusätzlich harte Strafen für Unterstützer*innen und professionelle Berater*innen von Geflüchteten vor. Sollten diese beispielsweise geplante Termine zu Sammelabschiebungen verbreiten bzw. Geflüchtete in der individuellen Beratung darüber in Kenntnis setzen, drohen Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren. So sollen laut dem Entwurf „Veröffentlichungen von geplanten Abschiebeterminen unter Strafe gestellt [werden]; dies gilt ebenso für die Verbreitung an einen unbekannten Personenkreis, etwa in einem geschlossenen Newsletter oder sozialen Netzwerken, oder gegenüber einem ausreisepflichtigen Ausländer.“
Der Entwurf ist somit ein massiver Angriff auf den Grundsatz der individuellen und ergebnisoffenen Beratung von Sozialarbeiter*innen und Rechtsanwält*innen dar, der ein wesentlicher Eckpfeiler des Rechtsstaats darstellt. Bundesinnenminister Seehofer führt seine Kriminalisierungskampagne gegen Unterstützer*innen und Berater*innen von Geflüchteten fort und droht damit auch hunderten Ehrenamtlichen mit Bestrafungen.

"Stoppt das Sterben im Mittelmeer" Demonstration Seebrücke Nürnberg

Demonstration der Seebrücke Nürnberg| Samstag, 30.03.2019 | 15 Uhr | Nürnberg, Rathaus

Allein dieses Jahr sind bereits über 330 (Stand 10.02.2019) Menschen im Massengrab Mittelmeer ertrunken. Das Blockieren der privaten Rettungsschiffe führt zu einem weiteren Rekordsterben – hunderte Menschen ertrinken! Die Seebrücke sieht die Stadt Nürnberg als Stadt der Menschenrechte in der Verantwortung zu handeln! Erst kürzlich hat sich gezeigt, dass sichere Hafenstädte lebensrettend für geflüchteteMenschen sein können. Deshalb soll so lange protestiert werden, bis auch Nürnberg zum sicheren Hafen wird! Von der Stadt Nürnberg wird gefordert: Nehmt in Seenot gerettete Geflüchtete tatsächlich auf und bezieht klar Stellung zum tödlichen migrationspolitischen Kurs der Bundesregierung, um ein weiteres Massensterben zu verhindern.

Kommt zur Demonstration am 30.03.2019 um 15:00 Uhr am Rathaus! Tragt als solidarisches Zeichen orange!
Zur Facebookveranstaltung >>>



Seid laut!

26. Studientag Flüchtlingsarbeit und Kirchenasyl

23.3.2019

9:30 Uhr-16:15 Uhr

Hochschule für Philosophie

 

Von Anfang an sind die Studientage dem obigen Motto und Aufruf verpflichtet. Wenn völkischer Nationalismus und andere Ausgrenzungen das gesellschaftliche Klima gefährden, ist politisch verstandene Flüchtlingsarbeit ein notwendiger und Not wendender Beitrag zum Rechtsstaat.

Seid laut! ist das Motto des diesjährigen Studientages. Es bedeutet, öffentlich und deutlich für die Würde des Menschen einzutreten; sich vernetzen, um gemeinsam politische Wirkung zu entfalten. Rechtsstaat und Demokratie leben von solchem Engagement.Es verlangt mehr als Wohltätigkeit, es bedeutet politische Solidarität mit den Schwachen. Das Hauptreferat in diesem Sinn hält Burkhard Hose. Als katholischer Hochschulpfarrer hat er seine Haltung und seine Erfahrungen 2018 in einem Buch veröffentlicht; dem Titel haben wir unser Motto entnommen. Schwerpunkt am Vormittag werden die ANKER-Zentren sein. In Bayern gibt es davon sieben mit zahlreichen Dependancen. Für die Betroffenen bedeutet dies kaserniertes „Leben“ auf engstem Raum. Mit den Podiumsteilnehmenden werden wir die Realität dieser Zentren und ihre Auswirkungen kritisch beleuchten. Am Nachmittag widmen wir uns mit einer Podiumsdiskussion dem Kirchenasyl und werden über aktuelle Entwicklungen und die Frage, wie es weiter geht, diskutieren. Wir laden alle Engagierten, Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen oder einfach Interessierte herzlich ein!

Weitere ausführliche Informationen können Sie dem Flyer entnehmen >>>

Das Positionspapier des Bayerischen Flüchtlingsrats zum Thema Kirchenasyl >>>

Filmvorführungen "Möglichst freiwillig."

 

Regensburg |Mi, 20.3.2019 |20 Uhr |Kino Andreasstadl |BI Asyl Regensburg, Initiative Ausbildung statt Abschiebung Regensburg |Evang. Bildungswerk Regensburg

Nürnberg | Do, 21.03.2019 | 19:00 | Desi | Bayerischer Flüchtlingsrat, Antifaschistische Linke Fürth, Interventionistische Linke Nürnberg

München | Fr, 22.03.2019 | 19:00 | Bellevue di Monaco | Bayerischer Flüchtlingsrat und Münchner Flüchtlingsrat

 

>>Möglichst freiwillig.<< Ein Film über Freundschaft Schule Hoffnung Abschiebung Migration Roma Rassismus Deutschland Mazedonien. 45 Min. / Dokumentarfilm / D 2018 / OF Deutsch (Englisch und Romanes mit deutschen Untertiteln)

Vor dem Hintergrundthema der Ausgrenzung von Roma erzählt die Fotojournalistin Allegra Schneider mit einem wechselndem Team von einer Familie, die die Bundesrepublik freiwillig verlassen musste. Im Zentrum des Films steht die generationenüberschattende Erfahrung des Gehen-Müssens und der Trennungen. Der Film zeigt eine Klasse mit ihrer Lehrerin, die das nicht akzeptieren und dem ehemaligen (Mit-)Schüler nachreisen.

Update: Sammelabschiebung am Di, 19.03.2019 - 21 Personen nach Afghanistan abgeschoben

Am Dienstag, den 19. März 2019 wurden auf dem Sammelabschiebeflug vom Flughafen Leipzig/Halle 21 afghanische Geflüchtete  nach Kabul abgeschoben. Aus Bayern kamen 10 Personen. Darunter auch zwei Männer, die kurz vor der Hochzeit standen und Arbeits- bzw. Ausbildungsangebote hatten. Nicht abgschoben wurde Jan Ali H., über den wir bereits berichteten. Nach dem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz beim Verhaftungsversuch, wurde die Abschiebung des jungen Afghanen kurz vor knapp, am Flughafen in Leipzig gestoppt. Momentan befindet er sich in ärztlicher Behandlung. In Nürnberg protestieren hunderte solidarische Menschen gegen die Abschiebung von Jan Ali H., sowie gegen Abschiebungen im Generellen.

 

Wir empfehlen allen rechtskräftig abgelehnten Afghan*innen dringend eine Beratungsstelle oder Rechtsanwält*innen aufzusuchen und ihren individuellen Fall noch einmal prüfen zu lassen. Für weitere Informationen hier unsere aktualisierten Warnhinweise in dari und deutsch.

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert das sofortige Ende aller Abschiebungen und ein Bleiberecht für alle afghanischen Geflüchteten!

Warnung: Hinweise auf nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am Dienstag, 19. März 2019!

Es gibt Hinweise, dass die nächste Abschiebung nach Afghanistan voraussichtlich am Dienstag, 19.03.2019 stattfinden wird. Informationen über einen Startflughafen gibt es noch nicht. Wir raten allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n Rechtsanwält*in aufzusuchen.
Mehr Informationen zu Abschiebungen nach Afghanistan >>>

 

هشدار !
ديپورتي دستجمعي در آغاز هفته بعد صورت ميگيرد. تاريخ دقيق هنوز به دست ما نرسيده ولي به احتمال زياد به  روز دوشنبه تاريخ 18.03.2019 و يا به روز سه شنبه تاريخ 19.03.2019 صورت ميگيرد. ميدان هوايي ديپورت كننده گان هنوز مشخص نشده

به تمام افغانها توسعه ميكنيم، هرچه زودتر به وكيل مراجعه كنند.

 

Weitere Informationen und Handreichungen:

Abschiebungen nach Afghanistan - aktualisierte Warnhinweise und Informationen (deutsch) >>>

Abschiebungen nach Afghanistan - aktualisierte Warnhinweise und Informationen (dari/persisch) >>>

Information against the fear (Dari) >>>

Information against the fear (Paschtu) >>>

Materialien und Handreichungen zur Situation von afghanischen Geflüchteten >>>

 

Spenden

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We talk! Women fight violence präsentiert “Nein heißt Nein”- Forumtheaterstück der Madalenas- Berlin

Fr, 15. März 2018 | Beginn um 20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr | Grand Hotel Cosmopolis Augsburg, Springergässchen 5, 86152 Augsburg

Mit dem Theaterstück „Nein heißt Nein“ thematisieren die Madalenas Unterdrückungen, mit denen Frauen konfrontiert sind und wollen die öffentliche Diskussion in Europa zu "Frauen sagen NEIN" ausweiten. Sie verwenden das Forumtheater als ästhetische Methode um ein reales Problem darzustellen. Das Publikum ist zum Einschreiten auf die Bühne eingeladen, um Alternativen für die Veränderung der auf der Bühne gezeigten Realität vorzuschlagen.
Madalena-Berlin ist eine Frauengruppe von Aktivistinnen und eine Gruppe des Theaters der Unterdrückten von KURINGA (Berlin). Die Gruppe ist Teil des internationalen Ma(g)dalena Netzwerks von feministischen Theatergruppen aus Lateinamerika, Europa und Afrika, die Diskussionen und konkrete Aktionen zu Frauenrechten anstoßen.
Wir freuen uns über eine lebhafte Teilnahme und Diskussion im Anschluss!

Eintritt: zwischen 8 (ermäßigt) und 12 Euro (Solidaritätspreis), Geflüchtete haben freien Eintritt

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern und dem Grand Hotel Cosmopolis statt.

Facebookveranstaltung >>>

 

Podiumsgespräch zum Thema Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften

28.02.2019
18 Uhr
Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München, Veranstaltung findet im Hinterhaus 1. OG statt

Eintritt kostenlos, Spenden erwünscht

 

Anmeldung ist nicht erforderlich

 

Reservierungswünsche bitte per Mail an: reservierung@bellevuedimonaco.de.



Podiumsgespräch mit Katrin Bahr (Condrobs), Juliane Scheer (Rechtsanwältin), Gülseren Demirel (Sprecherin für Integration, Flucht und Asyl- Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag), Brigitta Freckmann (ehem. Gewaltschutzkoordinatorin der Bundesinitiative des BMFSJ und Asylberaterin des BRK Kreisverband Nürnberg Stadt) und Projektteilnehmerinnen mit Fluchterfahrung (We talk! Women fight violence)

We talk about the current situation of women and children in Bavarian refugee shelters, progress, difficulties and needs of protection against violence. Discussion in German, Translation in English will be offered

Zwischen 35% und 40 % der Asylsuchenden sind weiblich. Sie zählen zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen.
In Bayern werden sie in Anker Zentren und teils in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Diese Massenunterkünfte begünstigen Gewalt – durch einen Mangel an Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. Der Zugang zu Schutzeinrichtungen für Betroffene von Gewalt ist oftmals problematisch. Vorhandene Schutzkonzepte und Mindeststandards sind weder rechtlich verbindlich noch einheitlich. Wie werden die Schutzkonzepte umgesetzt? Welche Maßnahmen zum Gewaltschutz wurden bisher ergriffen? Wie sieht die Situation für Frauen und Kinder tatsächlich in den Unterkünften in Bayern aus? Was muss getan werden, um geflüchtete Frauen und ihre Kinder zu schützen?

In dem Podiumsgespräch wollen wir über die aktuelle Situation von Frauen und Kindern in bayerischen Flüchtlingsunterkünften, über Fortschritte, Schwierigkeiten und Bedarfe zum Thema Gewaltschutz diskutieren.

Eine Veranstaltung des Projektes “We talk! Women fight violence” des Bayerischen Flüchtlingsrates im Rahmen des Internationalen Frauentages.

Hier gehts zum Bericht und zur Pressemitteilung >>>

 

Stoppt Madonas Abschiebung!

Update: Madona A. und ihre 4 Kinder wurden heute erstmal nicht abgeschoben! Nun gibt es hoffentlich etwas Zeit, um rechtliche Lösungen zu finden. Vielen lieben Dank euch Allen für die Unterstützung und euren Support!

Am Donnerstag, den 21.2.19 soll es eine Sammelabschiebung von Düsseldorf nach Georgien geben. Madona A. ist schwanger, akut suizidal und soll am Donnerstag mit ihren vier Kindern im Alter zwischen 10 Monaten und 10 Jahren mit im Charterflug nach Tiflis sitzen. Die Kinder wurden durch einen vorangegangenen Abschiebeversuch bereits traumatisiert, ein Kind war längere Zeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. Wir haben bereits am 24. Januar sowie am 08. Februar über die Familie berichtet.

Bitte unterstützt die öffentliche Kampagne mit #StopMadonasDeportation und postet auf Facebook (@GeoAirwayss), Instagram (@Georgian.airways) und Twitter (@GeorgianAirways) euren Protest, um auf den Fall aufmerksam zu machen.

Hier findet ihr eine Fax-/Briefvorlage mit weiteren Informationen und Adressen >>>

Warnung: Sammelabschiebung in die Russische Förderation

Im Februar soll es eine Sammelabschiebung aus Deutschland in die Russische Förderation geben. Aus einer geschützten Quelle wissen wir, dass der Sammelcharter im Februar geplant ist und vermutlich vom Flughafen Dresden starten soll. Es wird vermutet, dass die Sammelabschiebung am am 11.2. stattfinden soll. Bei weiteren Hinweisen auf betroffene Personen melden sie sich unter kontakt@fluechtlingsrat-bayern.de

Warnung: Sammelabschiebung nach Nigeria am Mi, 30. Januar 2019

Wir haben Hinweise erhalten, dass am Mittwoch, den 30. Januar 2019 eine Sammelabschiebung nach Nigeria geplant ist. Wir raten allen vollziehbar ausreisepflichtigen Geflüchteten aus Nigeria, sich von Anwältin*innen oder Beratungsstellen informieren und beraten zu lassen, um eine mögliche Gefährdungslage abzustecken und weitere aufenthaltsrechtliche Perspektiven zu besprechen. Besonders Personen die bereits einer Delegation oder Botschaft vorgeführt wurden, sollten sich dringend beraten lassen.
Was tun im Falle einer Abschiebung? Auf dieser Seite finden Sie Informationen >>>

Deportation to Nigeria on the 30th of January 2019
We have reliable information that there will be a collective charter deportation flight to Lagos, Nigeria on the 30th of January 2019.We advise all refugees who have an enforceable obligation to leave Germany to obtain information and advice from lawyers or counseling centers in order to identify a potential threat situation and discuss further residence law perspectives. Especially people who have already attended an embassy or delegation hearing should urgently seek advice.
For tips regarding deportations please see >>>

 

Proteste:

Nürnberg | Di, 29.01.2019 | 19 Uhr | Hauptbahnhof

Abschiebungen nach Pakistan - Hinweise auf neue Sammelabschiebung

Warnung: Es gibt Hinweise auf die nächste Sammelabschiebung nach Pakistan am Di, 22.01.2019

Mittlerweile finden Sammelabschiebungen auch nach Pakistan statt. Seit Dezember 2017 gab es unregelmäßig Abschiebeflüge von Deutschland nach Pakistan. Unter anderem ging am 06. Dezember 2019 eine Abschiebeflug nach Pakistan. Es wurden rund knapp 40 Männer von Deutschland nach Pakistan abgeschoben - betroffen waren wohl vor allem Straftäter, die direkt aus der Strafhaft abgeschoben wurden. Vermutlich hatten die betroffenen Personen keine Identitätsdokumente (Reisepass, ID-Card, Geburtsurkunde). Bislang waren Abschiebungen nach Pakistan i.d.R. nur mit gültigen Ausweisdokumenten möglich. Dies scheint sich nun geändert zu haben.

Wir raten allen vollziehbar ausreisepflichtigen Flüchtlingen aus Pakistan, sich von Anwältin*innen oder Beratungsstellen informieren und beraten zu lassen, um eine mögliche Gefährdungslage abzustecken und weitere aufenthaltsrechtliche Perspektiven zu besprechen!

Abschiebung des Berufsschülers Murtaza A. aus Afghanistan

Demonstration | Mo, 21.01.19 | 18.00 | Hauptbahnhof, Würzburg | zur Facebookveranstaltung >>>

Am 07. Januar 2019 ging der mittlerweile 20. Abschiebeflieger nach Afghanistan. Abgeschoben wurden bundesweit 36 Personen, 23 davon kamen aus Bayern. Unter den Betroffenen des Abschiebeflugs war auch der 24-jährige Murtaza A. aus Marktheidenfeld. Der junge Mann ging in die Berufsintegrationsklasse der FOS/BOS Marktheidenfeld. Zuvor nahm er am Sprachunterricht der Uni-Schule Würzburg teil und besuchte die Berufschule des Berufsbildungszentrums in Würzburg. Nach seinem Schulabschluss wollte Murtaza eine Ausbildung in der Altenpflege machen - dort absolvierte er bereits ein Praktikum.

Seine Mitschüler*innen und Lehrkräfte sind entsetzt. Die Schülermitverwaltung seiner Schule organisierte am Montag, 14. Januar eine Solidaritätsaktion in der Schule. Einige von Murtazas Lehrkräften haben einen Leserbrief veröffentlicht. Die Schule wurde nicht über die Abschiebung Murtazas informiert. Nachdem Murtaza nach den Weihnachtsferien nicht mehr zum Unterricht erschienen ist, forschte eine Schulsozialarbeiterin nach und erhielt die Nachricht über Murtazas Abschiebung.

 

Demonstration "Stoppt die Abschiebungen unserer Freunde! Mo, 21.01.19 | 18.00 | Hauptbahnhof, Würzburg | zur Facebookveranstaltung >>>

 

Zum Leserbrief >>>

Medienberichte

Nach Abschiebung: Betroffenheit an der FOS/BOS Marktheidenfeld (BR 24, 14.01.2019)

Wenn ein Mitschüler plötzlich abgeschoben wird (Main Post, 14.01.2019)

Geflüchtete haben einen Anspruch auf angepasste höhere Regelbedarfe

Widerspruch noch vor Jahresende einlegen!

Grundleistungen, so auch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetzt, müssen jährlich analog den Veränderungsraten des SGBXII angepasst werden. Kurz: Steigen die allgemeinen Lebenshaltungskosten, müssen auch Sozialleistungen steigen. Dies ist seit 2016 zumindest bei Leistungen gem. §3 AsylblG (Grundleistungen für Asylsuchende und Personen in der Duldung) nicht geschehen. Das Sozialgericht Stade hat nun in seinem Urteil vom 13. November entschieden, dass die Leistungen die Asylbewerber*innen erhalten zu niedrig sind und dem Kläger einen um mehrere Euro erhöhten Betrag zugesprochen.

Mehrere Organisationen wie Pro Asyl und der Bayerische Flüchtlingsrat, empfehlen betroffenen Geflüchteten, Widersprüche einzulegen und/oder eine Überprüfung ihre Regelsätze zu beantragen. Wichtig hierbei ist den Widerspruch/die Überprüfung noch vor dem 31.12.2018 zu beantragen. So können etwaige Differenzbeträge rückwirkend für die Jahre 2017 und 2018 geltend gemacht werden. Bei einem Widerspruch/Überprüfung nach dem 31.12.217 können etwaige Differenzbeträge nur noch für den Beantragungszeitraum 2018 sowie ggf. 2019 zurückerstattet werden.

Mitwirkungspflichten im Widerrufsverfahren

Im Dezember 2018 trat eine Gesetzesänderung in Kraft, in der schutzberechtigte Personen zu Mitwirkungspflichten in etwaigen Widerrufs- und Rücknahmeverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge verpflichtet werden können. Das heißt, Personen deren Schutzstatus vom Bundesamt überprüft wird, müssen die entsprechenden Aufforderungen des Bamf erfüllen. Bis dahin waren Schutzberechtigte bei Widerrufsverfahren nicht gesetzlich zu einer Mitwirkung verpflichtet. 

 

Hinweise zu den Mitwirkungspflichten im Widerrufsverfahren der GGUA >>>

Hinweise zu den Mitwirkungspflichten im Widerrufsverfahren RA Heinhold >>>

Gesammelte Hinweise und Stellungnahmen auf Asyl.net >>>

Update: Kurdische Aktivisten am Mo, 19. November nach Bulgarien abgeschoben

2 kurdischen Männer droht seit Mitte September die Abschiebung nach Bulgarien. Von dort befürchten Freunde/Verwandte eine weitere Abschiebung in die Türkei und eine dortige Inhaftierung sowie weitere massive Repressionen. Beide sind wegen ihrer Verfolgung als politische Aktivisten aus der Türkei geflohen. Die Einreise in Deutschland erfolgte über Bulgarien, so dass aufgrund der Dublin Regelung, Bulgarien für das Asylverfahren zuständig ist. Hier jedoch wird eine weitere Abschiebung in die Türkei erwartet. Bei Y.T. wie auch bei R.A. fanden diverse Abschiebeversuche aufgrund diverser Proteste erstmal nicht statt. Die beiden Männer wurden immer wieder in die Abschiebehaft in Eichstätt gebracht - die Abschiebung drohte weiterhin. Das Bündnis Frieden für in Kurdistan - Nürnberg hat auf seiner Facebookseite diverse Pressemitteilung und Berichte zur Situation der beiden wie auch zu den Haftbedingungen veröffentlicht.  Zur Facebookseite >>>

Abschiebung trotz kranker Mutter

***Die Mutter von Ashot, Frau Gayane Zakaryan, ist am 19. Oktober 2018 verstorben. Unser herzliches Beileid gilt ihrer Familie***

Ashot A., 18 Jahre aus Armenien, wurde am frühen Morgen des 16. Januars 2018 nach Armenien abgeschoben. Er lebte mit seinen Eltern seit April 2015 in Neuhaus an der Pegnitz in Mittelfranken. Sein gestellter Asylantrag wurde im Juli abgelehnt, der dagegen eingereichte Eilrechtschutz wurde kurze Zeit später vom Verwaltungsgericht Ansbach ebenfalls abgelehnt.
Ashots Eltern hingegen haben aufgrund ihrer schweren Krankheiten ein Abschiebeverbot erhalten. Seine Mutter leidet an einem Gehirntumor, hat epileptische Anfälle, ist körperlich kaum noch in Lage sich selbst zu versorgen und auf Unterstützung angewiesen. Laut Aussage des Unterstützerkreises Neuhaus hilft kümmerte sich Ashot um die alltägliche Versorgung seiner Familie - ging einkaufen, übersetzte, koordinierte Arzt- und Behördengänge, machte den Haushalt. Da sich der Gesundheitszustand der Mutter mit der Zeit weiter verschlechterte, wurde Ashot im September 2017 zum gesetzlichen Betreuer bestellt.
Seit Herbst 2017 besuchte Ashot, nachdem er vorher einen qualifizierten sowie mittleren Schulabschluss erreicht hatte, die Fachoberschule in Nürnberg. Danach wollte er eine Berufsausbildung absolvieren. In den frühen Morgenstunden des 16. Januars 2018 wurde Ashot jedoch nach Armenien abgeschoben. Die Abschiebung fand unter dramatischen und erschütternden Bedingungen statt.

Eckpunkte: Für eine humane Flüchtlingspolitik in Bayern

Die CSU hat bei der Landtagswahl massiv an Stimmen verloren und ist zukünftig auf Koalitionspartner angewiesen. Auch wenn die Grünen nun die zweitstärkste Kraft im Bayerischen Landtag sind, zeichnet sich ab, dass die CSU eine Koalition mit den Freien Wählern anstrebt.
Zur Unterstützung aller progressiven Kräfte haben wir Eckpunkte mit 24 Forderungen erarbeitet, die wir CSU, Freien Wählern, Grünen und SPD für ihre Sondierungsgespräche und möglichen Koalitionsverhandlungen gegeben haben. Darin fordern wir u.a. die Abschaffung der ANKER-Zentren und des Abschiebelandesamts, das Ende der Abschiebungen nach Afghanistan, die Schaffung einer Asylverfahrensberatung und einen unbürokratischen Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge.
Wir freuen uns, dass so viele Wähler*innen die Situation der Flüchtlinge in Bayern mitbedacht und Parteien gewählt haben, die einen humaneren Kurs in der Asylpolitik vertreten. Jetzt ist es an der Zeit, in den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen die gebotene Chance zu nutzen und endlich die integrationsfeindliche Asylpolitik in Bayern in humane und vernünftige Bahnen zu lenken. Wir fordern deshalb den vollen Einsatz für ein Ende der Afghanistanabschiebungen, die Schließung der ANKER-Zentren und einen unbürokratischen Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge!

Eckpunktepapier: Für eine humane Flüchtlingspolitik in Bayern (11.10.2018)
„Bayerische Asylpolitik endlich humanisieren!“ (Bayerischer Flüchtlingsrat, 16.10.2018)

Abschiebungen Gambia: Nützliche Tipps zum Umgang mit Vorladungen in der ZAB

Mehrere Geflüchtete aus Gambia haben eine Vorladung zu einem Termin zur Sammelanhörung in der Zentralen Ausländerbehörde Oberbayern in München erhalten. Diese Sammelanhörungen finden in der Woche vom 15.10.- 19.10.18 statt.  Eine Delegation gambischer Offizieller wird voraussichtlich vor Ort sein, um Personen ohne Ausweispapiere zu identifizieren. Wir gehen davon aus, dass der Zweck dieser Anhörungen eine abschiebevorbereitende Maßnahme ist.

Flyer in englischer Sprache mit nützlichen Informationen zum Umgang mit der Vorladung >>>


In the week of 15th to 19th of October,
Gambian officials will hold a mass hearing in Munich to identify Asylum seekers for the purpose of issuing travel documents to deport them to Gambia. The mass hearing will take place at Zentrale Ausländerbehörde Oberbayern in Munich.

Here is a flyer with useful informations how to deal with the mass hearing >>>

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

Flüchtlingspolitische Themen spielen in diesem Landtagswahlkampf eine wichtige Rolle. Damit sich die bayerischen Wähler*innen einen Überblick verschaffen können, welche Positionen Parteien vertreten, die sich zur Wahl stellen, haben wir diese Parteien um die Beantwortung unserer Wahlprüfsteine gebeten. Sie nehmen Stellung zu den Themen:

  • Afghanistan-Abschiebungen
  • Arbeitsmarktzugang und 3plus2-Regelung
  • Unterstützung für ehrenamtliche Helfer*innen
  • Qualität der BAMF-Entscheidungen und Zunahme der Klageverfahren
  • Sachleistungsprinzip
  • Familiennachzug
  • Kirchenasyl
  • Dublin III-Verordnung
  • Legale Fluchtwege und Fluchtursachenbekämpfung
  • ANKER-Zentren
  • Konzept gute vs. schlechte Bleibeperspektive

Antworten liegen uns vor von CSU, Grüne, SPD, Freie Wähler, FDP, Linke, mut und AFD.

„Menschenwürde statt Abschiebehysterie“

3.369 Organisationen, Helferkreise und Einzelpersonen appellieren: Flüchtlinge haben keine Stimme bei der Wahl zum Bayerischen Landtag. Bitte bedenken Sie deren Situation bei Ihrer Wahlentscheidung

Die CSU-geführte bayerische Staatsregierung hat in den letzten Jahren massiv in Abschreckung und Abschiebung investiert. Die Erstaufnahmeeinrichtungen für neu ankommende Flüchtlinge und die Transitzentren wurden in „AnKER-Zentren“ umgewandelt. Flüchtlinge können dort zeitlich unbegrenzt bis zur Ausreise oder Abschiebung festgehalten werden. Nur wer vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannt wird oder ein Aufenthaltsrecht vor Gericht erstreitet, darf diese Sammellager verlassen.

Informationen zu Abschiebungen nach Äthiopien

Wir haben Hinweise darauf erhalten, dass es in Einzelfällen Abschiebungen nach Äthiopien gab. Seit 2018 wissen wir von einigen durchgeführten und mehreren versuchten Abschiebungen, auch aus Bayern.
Die Europäische Union und die äthiopische Regierung sollen sich nun in Absprache über die Rücknahme von abgelehnten Asylsuchenden geeinigt haben. Das endgültige Dokument ist öffentlich nicht einsehbar, aber wir gehen davon aus, dass äthiopische Behörden nun Passersatzpapiere (PEP) für Äthiopier*innen ausstellen, um eine Abschiebung zu erleichtern. Dies gilt für Personen mit abgelaufenem Nationalpass, Personen ohne Pass, die aber andere persönliche Dokumente vorgelegt haben und Personen ohne persönliche Dokumente.

 

Wir raten deshalb allen vollziehbar ausreisepflichtigen Geflüchteten aus Äthiopien, sich von Anwältin*innen oder Beratungsstellen informieren und beraten zu lassen, um eine mögliche Gefährdungslage abzustecken und weitere aufenthaltsrechtliche Perspektiven zu besprechen. Wegen der aktuellen politischen Entwicklungen in Äthiopien, vor allem dem Friedensvertrag mit Eritrea und dem Antritt des neuen Präsidenten, ist davon auszugehen, dass Asylanträge abgelehnt werden. Das Auswärtige Amt beschreibt eine Verbesserung der innenpolitischen Lage, ob das tatsächlich der Fall ist, können wir nicht beurteilen. Deshalb ist es wichtig die Anhörung im Bundesamt, sofern noch nicht entschieden ist, mit einem Anwalt/ einer Anwältin oder einer spezialisierten Beratungsstelle vorzubereiten und individuelle Verfolgungsgründe glaubhaft darzustellen.

 

rage against abschiebung #17 - das solifestival 2018

Dienstag, 2. Oktober 2018 |  Feierwerk (Hansa 39, Kranhalle), Hansastr. 39-41, München | Einlass: 18.00 Uhr/ Beginn: 18.30 Uhr | Eintritt: 15,00 €

PROGRAMM:
Haszcara | Berlin, Fräulein Brecheisen | Augsburg, Tula Troubles | München, Les Trucs | Frankfurt, Das Lunsentrio | Rosenheim-München-London, Yetundey | Berlin, Millidance + Pöbel MC | Rostock, Carnation Dingthang | Tel Aviv-München, Bird Berlin | Nürnberg, Dj Afrodermitis | München

Das Rage against Abschiebung 2018 präsentiert außerdem:

Die große Leistungsschau der Aggressiven-Anti-Abschiebe-Industrie 2018!

Seien Sie dabei, bei der erstmaligen Möglichkeit, sich Ihre Beteiligung an der Aggressiven-Anti-Abschiebe-Industrie zertifizieren zu lassen. Zahlreiche Gruppen werden sich am Abend auf dem Gelände des Festivals Rage against Abschiebung präsentieren. Hier können Sie sich einmalig über die Arbeit der Aggressiven-Anti-Abschiebe-Industrie informieren, mitmachen, dabei sein! Nach der Teilnahme winken Ihnen ein einzigartiges Zertifikat und tolle Preise!

Zum Festival:
Das Rage ist das größte, regelmäßig stattfindende, antirassistische Benefiz-Bandfestival im süddeutschen Raum. Der Bayerische Flüchtlingsrat organisiert das Rage seit 1996, seit 2004 mit und im Feierwerk München. Inzwischen gibt es zusätzlich ein jährliches Festival-Split-Off in Nürnberg und Landshut - die Veranstaltung in Landshut finden Sie hier >>>.

Das Rage Against Abschiebung Festival versucht die Themen europäische Abschiebemaschinerie, die Festung Europa, die perfide Abschottungspolitik, die Ausgrenzung von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten sowie Illegalisierten und die Probleme mit dem alltäglichen Rassismus in die Öffentlichkeit zu tragen.

Daneben soll natürlich auch möglichst viel Geld für die Arbeit des Flüchtlingsrats erwirtschaftet werden. Denn Solidarität mit Flüchtlingen ist unbequem! Die Arbeit des Bayerischen Flüchtlingsrats muß deshalb so unabhängig wie möglich sein. Alle Gastbands verzichten daher seit jeher auf ihre Gage und Organisation und Helferschaft arbeiten ehrenamtlich. Wir sind vorneweg schon mal sehr dankbar für all die Bands die ohne Gage spielen und die ehrenamtlich arbeitenden Helferlein, die sich für dieses Benefiz-Festival abrackern!

Weitere Infos finden sie hier >>>
Zur Veranstaltung auf facebook >>>

 

in Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung
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Was tun bei einem negativen Bescheid

Was können Sie tun, wenn Sie einen negativen Bescheid vom BAMF oder eine Abschiebungsandrohung erhalten? Hier finden Sie einige Hinweise.

 

Die Hinweise als PDF:

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