Abschiebungen nach Afghanistan – Informationen

Seit Dezember 2016 werden Menschen in das Kriegsland Afghanistan abgeschoben, fast monatlich gehen Abschiebecharter von Deutschland nach Kabul. Ein Großteil der abgeschobenen Afghanen kommt jedes Mal aus Bayern. Bei vielen Personen konnten die Abschiebungen durch Verwaltungsgerichte noch in letzter Minute abgewendet werden. Die betroffenen Personen lebten seit vielen Jahren in Deutschland, haben sich ein neues Lebensumfeld aufgebaut, Freundschaften geschlossen, Partner*innen gefunden oder eine Familie gegründet. Die Mehrheit der Menschen hatte eine feste Arbeit oder eine Ausbildung bzw. in Aussicht, diese bald aufnehmen zu können.

Afghanistan ist Kriegsgebiet, jährlich kommen tausende Menschen durch Bombenanschläge und direkte Angriffe durch Taliban und die Terrormiliz IS ums Leben.

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert das sofortige Ende aller Abschiebungen nach Afghanistan und ein Bleiberecht für alle afghanischen Geflüchteten!

Auf der Website von Pro Asyl finden Sie eine ausführliche Zusammenstellung von Informationen über das Kriegsland Afghanistan:

In seinem Blog Afghanistan Zhaghbladai berichtet der Afghanistan-Spezialist Thomas Ruttig regelmäßig über aktuelle Ereignisse in Afghanistan. Zudem verfasst er zahlreiche Beiträge in englischer Sprache für das Afghanistan Analysts Network.

Die Ethnologin Friederike Stahlmann vom Max-Planck Institut hat zum Verbleib von bereits nach Afghanistan abgeschobenen Personen recherchiert und diese zu ihren Erfahrungen befragt. Fazit der Studie ist, dass Gewalt gegenüber abgeschobenen Afghanen und ihre Familien nicht nur zu erwarten sei, sondern meist in kürzester Zeit auch eintritt. Mittlerweile wurde bereits eine zweite Studie veröffentlicht.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Studie von Friederike Stahlmann.

Datenanalystin und Projektmanagerin Eva-Catherina Schwörer hat zum Thema Migration, Arbeitsmarkt und Evaluierung humanitärer Projekte in Afghanistan und dem Iran geforscht und als Kommunikationsexpertin für verschiedene UN-Organisationen in Kabul gearbeitet. Im Dezember 2020 hat sie Gutachten veröffentlicht, das sich mit den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Lage in Afghanistan auseinandersetzt.

Sicherheitsberichte der UNAMA (UN-Unterstützungskommission für Afghanistan) zur allgemeinen Lage sowie zur Situation von Zivilist*innen im bewaffneten Konflikt.