Abschiebungen

Jährlich werden tausende Menschen in ihre Herkunftsländer oder andere EU-Staaten abgeschoben, 2019 waren es 22.097. Dabei werden regelmäßig Personen gewaltvoll aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und Familien getrennt. Rechtswidrige Abschiebungen finden ebenso wie Übergriffe durch Begleitbeamt*innen statt. Polizeigewalt, Fesselungen und Zwangsmedikation wurden bei Abschiebungen dokumentiert. Das Anti-Folter-Komitee des Europarates hat daher Deutschland dazu aufgefordert auf „unverhältnismäßige und unangemessene“ Gewaltanwendung bei Abschiebungen zu verzichten.

Doch bereits im Vorfeld der Abschiebung leiden die Betroffenen und die Menschen, die mit ihnen zusammenleben unter psychischer Gewalt. Besonders in den ANKER-Zentren ist es an der Tagesordnung, Abschiebungen in den frühen Morgenstunden unter Einsatz von einer Vielzahl an Polizeibeamt*innen durchzuführen. Dies kann bei den Menschen zu permanenter Schlaflosigkeit und (Re-) Traumatisierungen oder anderen psychischen Problemen führen.

Der Bayerische Flüchtlingsrat lehnt Abschiebungen strikt ab. Abschiebungen sind generell ein massiver Eingriff in Selbstbestimmungs- und Freizügigkeitsrechte von Menschen. Diese Rechte zu wahren ist jedoch konstitutiv und darf keiner sogenannten Durchsetzung einer vermeintlich bestehenden Ausreisepflicht untergeordnet werden.

Eine ausführliche Auflistung der Abschiebungen in 2020 finden Sie hier.

Beim Mediendienst Integration gibt es Zahlen und Fakten zum Thema Abschiebungen.

w2eu.info hält Informationen auf englisch, französisch, arabisch und farsi über die Dublinverordnung und das Asylverfahren in den EU-Mitgliedstaaten bereit.

Wenn Sie befürchten, dass Ihre Abschiebung bevorsteht, finden Sie auf folgenden Seiten hilfreiche Tipps und Hinweise:

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) haben eine Broschüre herausgeben, die sich dem Themenkomplex Abschiebungen von minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten widmet. Besonders geht es um rechtliche Informationen und praktische Handlungsoptionen, wenn jungen Geflüchteten eine Abschiebungen droht. (Stand März 2019)

Die GEW Bayern hat gemeinsam mit Rechtsanwalt Hubert Heinhold einen Leitfaden zu Abschiebungen aus Schule und Betrieb erarbeitet. Dieser informiert über die verschiedenen rechtlichen Situationen und etwaige Handlungsmöglichkeiten.

Die Initiative Bürger*innenasyl Berlin hat ein Handbuch zum Soli-Asyl/Bürger*innenasyl herausgegeben, das auf Deutsch und Englisch verfügbar ist.

Auf der Seite von No Border Assembly werden bekannte Abschiebetermine veröffentlicht.

Flyer Geflüchtete sind an allem schuld * Keine Propaganda auf Kosten von Geflüchteten

Unser Flyer geht den Behauptungen rechter Propaganda auf den Grund und macht den Faktencheck. Die Druckversion ist gegen Spende und Versandkostenübernahme bei uns bestellbar.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Links zu Handreichungen mit spezifischen Informationen zur Situation pakistanischer Geflüchteter. Bitte beachten Sie, dass diese Informationen keine Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt im Asyl- und Ausländerrecht ersetzen.

Länderberichte Pakistan

Asylum Research Centre: Pakistan Country Report (Juni 2018)
EASO: Country of Origin Information Report – Security Situation (08/2017)