„Keine Abschiebehauptstadt München! Stoppt den Bau des Abschiebeterminals!“
Über 45 Organisationen wenden sich mit Appell an Stadtvertreter:innen
München, 10. Februar 2026 – Heute wenden sich über 45 Organisationen und Initiativen mit einem klaren Appell gegen die Pläne für ein „Abschiebeterminal“ am Münchner Flughafen. In dem Appell „München darf nicht zur Abschiebehauptstadt werden! Stoppt den Bau des Abschiebeterminals!“ fordern wir alle Stadtratsfraktionen auf, sich gegen dieses Vorhaben auszusprechen.
Die Bundespolizei plant am Münchner Flughafen ein eigenes Abschiebeterminal. Mit diesem Terminal soll es ab Ende 2028 möglich sein, bis zu 100 Personen an einem Tag über den Flughafen München abzuschieben. Dies legt nahe, dass München künftig nicht nur bayernweit, sondern bundes- und möglicherweise EU-weit als Abschiebe-Drehscheibe fungieren könnte. Dafür fließen jährlich rund 4,2 Millionen Euro Miete an die Flughafen München GmbH (FMG). Die Stadt München hält 23 % an der FMG und stimmt in der kommenden Aufsichtsratssitzung mit über das Vorhaben ab. Doch statt ein klares Signal gegen die weitere Eskalation der Abschiebepolitik zu setzen, hat sich der OB Dieter Reiter (SPD) zuletzt öffentlich für den Bau ausgesprochen.
„Mit dem Abschiebeterminal wird München eine zentrale Infrastruktur für die allseits geforderte Abschiebeoffensive liefern. Für uns ist klar: Das können wir nicht unwidersprochen hinnehmen! Gerade in Zeiten einer europaweit verschärften Migrationspolitik und autoritärer Tendenzen muss München ein klares Zeichen setzen: Menschenrechte müssen auch unter Druck verteidigt werden“, so Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat. „Wir fordern die Verantwortlichen, insbesondere während des Kommunalwahlkampfs, auf, Haltung gegen den aktuellen Abschiebewahn zu zeigen.“
Die Kampagne Abschiebeterminal MUC verhindern! möchte zu dem geplanten Abschiebeterminal informieren und Protest organisieren – gegen das geplante Terminal und gegen eine Politik, die Abschiebungen als alternativlos verkauft und sie gleichzeitig der öffentlichen Kontrolle entzieht.
„In München fehlen bereits jetzt demokratische Kontrolle und Transparenz bei Abschiebungen durch ein unabhängiges Monitoring, wie es an allen anderen großen deutschen Flughäfen existiert. Ein Abschiebeterminal verschärft diese Problematik massiv“, so Christian Oppl vom Münchner Flüchtlingsrat. „Deshalb fordern wir eine unabhängige Beobachtung der bereits durchgeführten Abschiebungen anstelle der geplanten Blackbox!“
Mit dem Appell startet die Kampagne gegen das Abschiebungsterminal. Für die Kick-off Infoveranstaltung sind die Vertreter:innen der Stadtratsfraktionen eingeladen.
Kick-off Infoveranstaltung: “Abschiebeterminal MUC Verhindern”
Donnerstag, 26.02.2026 um 19 Uhr
Bellevue di Monaco | Müllerstraße 2-6 (1. Stock)
Pressevertreter:innen sind herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten unter: kontakt@abschiebeterminal-verhindern.de
Weitere Informationen zur Kampagne und zur Unterstützung des Appells finden Sie hier: https://abschiebeterminal-verhindern.de/
